Archiv der Kategorie: Fertige Modelle

Hier stelle ich euch meine fertig gestellten Modell vor.

SU-34 „Fullback“ Red 22 Kitty Hawk, Eduard, 1:48

Liebe Modellbaufreunde!

Groß war die Aufregung als ich vor wenigen Wochen die prall gefüllte Box von Kitty Hawks‘ SU-34 öffnen durfte. Schließlich stand der moderne russische Jagdbomber mit der ungewöhnlichen „Nase“ schon länger auf meiner Wunschliste. Neben Hobby Boss bietet nun auch Kitty Hawk die Sukhoi im Maßstab 1:48 für einen moderaten Preis (ca. 70 EUR) und einigem an Zubehör „ab Werk“ an. Neben einer umfangreichen Bewaffnung liegen 2 Varianten von Resin-Nozzles sowie ein großes PE-Sheet bei. Glaubt man diversen Modellbau Foren, soll die Form der etwas komisch anmutenden Nase des Bombers bei Kitty Hawk besser gelungen sein als beim Mitbewerber.

Als Fan von Einsatzmaschinen entschied ich mich nach kurzer Recherche für die „Rote 22“, welche 2015/2016 im Syrienkonflikt Einsätze geflogen sein soll. Referenzfotos zeigen Sie auf Militärbasen mit starker Verwitterung sowie überlackierten Insignias. Wozu die russische Luftwaffe jedoch Ihre Hoheitszeichen verbergen, lässt sich nicht eindeutig sagen. Angeblich flog die RFAF einige Einsätze bereits vor dem „offiziell“ festgelegten Termin und wollte so „Undercover“ bleiben.

Obwohl im Bausatz schon einiges an Details bereit liegt, bestellte ich mir ein Eduard Big-Ed Set und Resin-Räder. Diese wurden eigentlich für den Hobby Boss Bausatz designed, passen aber auch ganz gut für den KH-Bausatz. Später stellte ich leider fest, dass im Bausatz trotz umfangreicher Waffenbeigabe die speziell in Syrien eingesetzten SAP-518 ECM-Behälter fehlen. Diese bestellte ich kurzerhand bei Temp Models direkt in Russland, da ich darauf nicht verzichten konnte.

Und hier spart der Hersteller meiner Meinung nach am falschen Platz. Verständlicherweise werden die diversen Plastikäste der Bewaffnung für andere Bausätze äquivalent genutzt, dies spart Aufwand und Kosten in der Produktion. Jedoch fehlen eben die für diese Maschine typischen Behälter für die Flügelspitzen – ein wesentliches Detail. Aber auch der Aftermarket will ja bekanntlich bedient werden, und so möchte ich dieses Thema auch rasch wieder abhaken, wenngleich sich die Behälter mit zusätzlichen 20 EUR das Budget belasten.

Los geht der Bau lt. Anleitung nicht wie üblich mit dem Cockpit, sondern den Triebwerken. Ich habe dennoch mit dem Cockpit begonnen. Bei der Farbgebung folgte ich meinem eigenen Vorgaben, ein paar Abgleiche mit Referenzfotos sowie mit den Eduard Ätz-Teilen sorgte für einen akzeptablen Kompromiss. Fummelig waren auf jeden Fall die Schleudersitze, welche aber im Gegenzug sehr detailliert ausgeführt sind. Dazu sei gesagt, dass nach dem Bau vom Cockpit nicht mehr viel zu sehen ist, da die Haube im Regelfall geschlossen bleibt. Die Besatzung des zweisitzigen Bombers steigt über eine Leiter am Bugfahrwerk ein, das Canopy wird demnach lediglich im Falle eines Notfalles/Ausstieges geöffnet.

Trotz dieser Tatsache detaillierte ich das Cockpit jedoch zusätzlich nach Eigenregie. Viele PE-Teile und Drähte/Schläuche ergänzen den am Ende nur mäßig einsehbaren Arbeitsplatz der russischen Piloten. Die Triebwerke kann man lt. Anleitung bemalen und separat darstellen – im Bausatz sind hierfür auch Wartungsluken an der oberen Rumpf-Hülle vorgesehen. Davon wollte ich jedoch absehen, und ging nach der Montage gleich weiter zu den Lufteinlässen. Hier sollte man bereits an das Lackieren der Innenseiten und auch der Fahrwerkschächte denken. Dies erleichtert den weiteren Bemalungsvorgang. Viele PE-Teile verfeinern die Luft-Schächte, dass Ergebnis sieht am Ende sehr ordentlich aus!

Der restliche Zusammenbau verlief äußerst problemlos. Sehr sauber ist auch die Anbringung der Seitenruder gelöst – Bravo Kitty Hawk! Insgesamt muss nur sehr wenig gespachtelt werden. Klappen, Seitenruder und Flaps lassen sich ebenfalls variieren, hier erhält man die Wahl-Möglichkeit. Rasch ging es somit zum Lackiervorgang.

Um die meiner Meinung nach richtigen Farbtöne zu finden, fertigte ich wieder einige Farbmuster an. Ich testete u.a. Farbtöne von Hataka und Ammo-Mig, welche speziell für die SU-34 angeboten werden. Am Ende entschied ich mich aber für eine Kombination von Gunze 333 und 331, welche ich beide noch etwas aufhellte. Diese Farben erschienen mir für die sehr ausgeblichene Rote 22 passender. Für die Unterseite wählte ich zwei „originale“ Blautöne von Ammo-Mig und Hataka aus.

Üblicherweise wurden die Farben nach einem Pre-Shading auflackiert, wobei die hellere Version jeweils als Post-Shading dient. Dies mach natürlich viel Spaß, und ich versuchte mich möglichst genau an die Referenzfotos zu halten. Auch die überlackierten Insignias lassen die Maschine noch eine Spur interessanter wirken, wie ich meine. Diese konnte ich mittels selbst angefertigten Schablonen möglichst dem Original entsprechend lackieren.

Nach einer Schicht Klarlack kamen einige wenige Decals zum Einsatz. Als Wahsing verwendete ich Dark Dirt von Flory Models. Danach folgte der Zusammenbau von Fahrwerk und Klappen. Das Fahrwerk ist übrigens ein Bausatz für sich und man sollte hier mit viel Sorgfalt arbeiten. Die PE-Teile erweitern die Herausforderung, und wie üblich fügte ich auch noch ein paar Hydraulik- und Elektroleitungen in Eigenregie hinzu. Schließlich wollen auch die beiden Frontscheinwerfer mit Strom versorgt werden ;-).

Etwas fummelig war dann noch das Anbringen der Räder und Antennen. Bewaffnet habe ich die Fullback mit einer KAB-500S-E Lenkbombe. Nach Aufbringen der letzten Klarlackschichten und Entfernen der Lackiermasken war die SU-34 fertig für die Vitrine.

Den Bausatz kann ich für den erfahrenen Modellbauer trotz einiger Fehler in der Bauanleitung und der fehlenden ECM-Behälter sehr empfehlen. Den Einsatz der Zubehörteile habe ich ebenfalls nicht bereut, diese stellen eine wesentliche Bereicherung dar.

Der Bau hat mir insgesamt sehr viel Freude bereitet, und die Fullback passt trotz Ihrer enormen Größe auf den Millimeter genau in meine Vitrine 😉

Happy Modelling!

Tornado F3 ADV „ZG757“ (Eduard/Revell Ltd. Edition, 1:48)

Liebe Modellbaufreunde!

Als kürzlich Eduard eine Limited Edition des Tornado F3 ADV (Abfangjäger-Variante) veröffentlichte, musste ich natürlich kurzentschlossen zugreifen. Die Plastikteile stammen hierbei aus dem aktuellen Revell-Kit, Eduard steuert wie üblich PE- und Resin-Teile sowie eine detaillierte farbige Bauanleitung und hochwertig gedruckte Decals bei. Eine Maskierfolie erleichtert das Abkleben von Canopy und Rädern. Mit unter 40 EUR liegt der Bausatz vergleichsweise günstig und stellt somit keine große Bedrohung für das Modellbau-Budget dar.

Der Revell Bausatz war mir bereits aus einem vorigen Projekt bekannt und versprach trotz einiger Schwächen am Ende einen sehr schönen und hochwertigen Jet. Los ging es wie üblich mit dem Cockpit, wo natürlich einige Photo-Etch Teile angebracht werden müssen. Der Zusammenbau der Rumpfsektion stellt den Modellbauer dann vor einige Herausforderungen, wobei man beim Schwenkflügel-Mechanismus besondere Sorgfalt anwenden sollte. Mein Tornado sollte mit ausgefahrenen Tragflächen und Flaps dargestellt werden. Die Bremsklappen wollte ich dieses Mal eingezogen darstellen, um die Linie nicht zu stören und das Seitenruder nicht zu verdecken.

Schade das Revell die Hauptfahrwerks-Bucht nicht detailliert hat, dies wäre bei einem aktuellen Bausatz zu erwarten. Dies ist jedoch die einzige Schwäche, alle restlichen Teile erfreuen das Modellbau-Herz mit zeitgemäßen Details. Das Seitenruder und die Flaps hatte ich bis zum Ende separat bearbeitet, um mir den Lackier-Vorgang und das Anbringen der Decals zu erleichtern.

Nach einigen komplexen Bauschritten und viel Spachtelarbeit konnte ich mit dem eigentlichen Lackiervorgang beginnen. Der Modellbauer hat hier wieder die Qual der Wahl aus 5 Maschinen der Royal Airforce. Ich wählte die bereits am Titelbild abgedruckte „ZG-757“, eine in glänzendem Schwarz lackierte Maschine, die am Seitenruder mit den Jahreszahlen 1916 – 2006 die langjährige Tradition des Geschwaders zeigt. Da mir jedoch das komplett schwarze „Kleid“ zu viel des Guten war, wollte ich den Jet ab dem Jahr 2007 zeigen, wo sie wieder ein graues Radom erhielt und auf einigen Fotos mit ebenfalls grauen Tanks erscheint.

Lackiert habe ich somit dieses Mal unspektakulär mit Revell Schwarz glänzend, um nach Bemalen der Details einige Schichten Klarlack aufzutragen. Hier habe ich es an einigen Stellen leider etwas übertrieben, somit musste ich öfters korrigieren. Kurz darauf konnte ich die Decals anbringen. Gerade das Seitenruder sieht mit dem Sonder-Decal sehr attraktiv aus. Die Maschine erhielt ein graues Washing, um die Panellines gut sichtbar zu machen – ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Nach weiteren Schichten Klarlack ließ ich diesen gut trocknen. Da ich mit dem Glanzgrad noch nicht wirklich zufrieden war, wollte ich noch nacharbeiten. Etwas ungewöhnlich aber durchaus machbar, bearbeitete ich das Modell somit vorsichtig mit Autopolitur und Wachs. Danach glänzte der Tornado wie aus dem Ei gepellt! Fahrwerk, Schubdüsen, Radom (Achtung – Gewicht nicht vergessen) und Tanks wurden separat lackiert und mit Mattlack versehen. Der finale Zusammenbau ging rasch und problemlos von der Hand.

Normalerweise bin ich eher ein Fan verschmutzter Einsatz-Maschinen, die schwarze Tornado gefiel mir jedoch am Ende besser als erwartet! Den Bausatz kann ich für den erfahrenen Modellbauer empfehlen. Auch wenn einige Nerven auf der Strecke bleiben, erhält man am Ende ein sehr schönes Modell für die Vitrine!

Happy Modelling!

Special – 144FW Air National Guard F-16C Fighting Falcon + F-15C Eagle

Liebe Modellbaufreunde!

Im Herbst 2018 musste ich schmerzlich feststellen, dass auch meine Gesundheit nicht unverwundbar ist. Und so war ich gezwungen, monatelang und neben vielen anderen Dingen auf unser schönes Hobby zu verzichten. Umso größer war die Motivation, nach entsprechend fortgeschrittener Genesung mit einem neuen Projekt zu starten.

Um ehrlich zu sein, ich hatte nicht von Anfang an vor zwei Maschinen der 144th FW zu bauen. Aber alles der Reihe nach…

Der Bausatz der F-16C von Tamiya lag schon seit einiger Zeit in meinem Regal. Um mir den Einstieg nach fast 6 Monaten Pause zu erleichtern, wählte ich diesen Bausatz aus. Ich war überzeugt, die Qualität von Tamiya würde zu einem einfachen Bau und einem raschen Erfolgserlebnis führen. Nach vielem Hin und Her fiel meine Wahl auf die Maschine mit der Nummer 83-144. Die Fotos aus dem Netz waren sehr vielversprechend, da die Lackierung wohl aufgrund der Sonne in Kalifornien teilweise sehr ausgeblichen und verwittert aussah. Genau so wollte ich die Maschine darstellen.

Der Bau selbst war tatsächlich unkompliziert. Beste Tamiya Qualität! Das PE-Set von Eduard für das Innenleben kannte ich bereits und wertet das Cockpit zusätzlich auf. Selbst mit geschlossener Haube wollte ich darauf nicht verzichten. Tamiya legt dem Bausatz neben einer klaren Haube auch eine getönte Variante bei – Top!

Auf https://www.usaf-sig.org/index.php/reference/41-research-material/82-f-16-viper-faq-stuff-you-wanted-to-know-about-the-f-16cd konnte ich ausreichend recherchieren, um die Maschine am Ende so realistisch und detailliert wie möglich aussehen zu lassen.

Wie gesagt, der Bausatz baut sich fast von alleine, der Zusammenbau verlief problemlos. Etwas anspruchsvoller war dann schon die Lackierung. Durch die Verwitterung der Maschine musste ich einige Farbtöne anmischen, um hier die für mich geeignete Farbgebung zu finden. Ganz zufrieden war ich am Ende doch nicht. Den „Grün-Stich“, welchen man auf den Referenz-Fotos erkennen kann, habe ich nicht ausreichend hinbekommen. Mit dem Airbrush bemühte ich mich trotzdem um eine möglichst originelle Lackierung. Tamiya gibt übrigens in der Anleitung das ursprüngliche 3-Farben Schema vor. Die Vipers wurden mittlerweile jedoch fast alle neu lackiert und mit dem neuen 2-Farben Schema lackiert.

Nach dem Farbauftrag und Bemalen der Details folgte eine Schicht Klarlack, um die Decals bestmöglich anbringen zu können. Etwas Weichmacher (Revell Decal-Soft) passt die Decals an die Formen an und zieht diese auch in die Panel-Lines. Nach Anbringen der Decals folgte ein Washing mit Flory Models Dark Dirt. Dieses Washing ist für mich bereits ein treues und zuverlässiges Mittel der Wahl geworden. Fahrwerke, Klappen und filigrane Bauteile bearbeite ich hingegen mit den Enamel-Washings von AK-Interactive. Diese lassen sich punktgenau mit dem Pinsel auftragen und über-schüssiges Material mit Terpentin und ebenfalls einem Pinsel wieder entfernen.

Am Ende versiegelte ich mit Mattlack meine Arbeit. Somit war die F-16 nach nur kurzer Bauzeit (ca. 14 Tage) fertig und bereit für die Vitrine. Den Bausatz kann ich vorbehaltlos empfehlen, auch wenn man für die korrekte Ausführung der Maschinen zusätzlich zur Anleitung eingehend recherchieren sollte.

Inzwischen hatte ich mir eher zufällig ein Wallpaper der 144FW California Air National Guard auf den Bildschirm geholt…auf diesem fliegt eine F-16C hinter der F-15C Eagle mit der Nummer 84-104. Beeindruckt von dem Paar, fiel der Entschluss auch diese Maschine nachzubauen.

Nach einigen Tagen war der Bausatz von Great Wall Hobby L4817 sowie ein passendes Decal-Set (Elegant Eagles von Speed Hunter Graphics) angekommen und bereit zum Start. Vom Bausatz selbst erwartete ich mir sehr viel, immerhin beträgt der Preis um die 90 EUR. Die bereits in die Jahre gekommenen Bausätze der Mitbewerber Academy und Hasegawa erschienen mir allerdings nicht mehr zeitgemäß, und so akzeptierte ich dieses etwas größere Loch in meinem Budget.

Voller Erwartung begann ich nun mit dem Bau. Beim Bau des Cockpits und des hinteren Avionik-Bereiches (Bay 5) taten sich bereits die ersten Fragen in der Farbgebung auf. Nach eingehender Recherche und Unterstützung durch Frank Cebras von http://bluelifeaviation.com konnte ich diese jedoch rasch klären. Zusätzlich stellte mir Frank einige Fotos in hoher Auflösung zur Verfügung, womit ich sämtliche Details gut erkennen konnte – DANKE nochmals hierfür!

Der Bau des Interieurs nahm viel Zeit in Anspruch. Trotz geschlossener Cockpithaube wollte ich die Bay 5 sehr detailliert zeigen. Der Bausatz gibt hier bereits einiges her. Kabel und Schläuche ergänzte ich ebenfalls. Bei der aufwändigen Bemalung musste ich mich mit einigen wenigen Fotos aus dem Internet begnügen, was aber kein Problem war. Dem Cockpit spendierte ich noch einen Resin-Schleudersitz, um das Ganze nochmals aufzuwerten. Die Instrumententafel habe ich bemalt und mit den Decals aus dem Bausatz beklebt, diese kann am Ende mit einem PE-Teil optisch mithalten.

Der restliche Rumpf war dannach rasch und problemlos zusammen gebaut. An der linken Seite wollte ich den Avionik/Radar Bereich sowie das Radar darstellen. GWH stellt zwei Radar-Versionen zur Verfügung. Die 84-104 in der MSIP II Ausführung hat bereits das neuere AN/APG-63(V)3  verbaut. So kam das passende Bauteil zum Einsatz und beide Bereiche wurden weiter detailliert und bemalt. Gut finde ich, dass die beiden Tragflächen bereits an der Oberseite angegossen sind. Auch die Unterseite ist sehr gut gelöst. Dies ergibt zusammen mit dem ein einem Stück gegossenen Radom-Bauteil wenige Nahtstellen. Trotz sorgfältiger Arbeit musste ich dennoch einige Stellen spachteln. Gerade der Bereich um die Intakes sowie der Heck-Bereich haben es in sich. Dies war aber rasch geschehen, und somit war die Maschine fertig für die Lackierung.

Bei den Farbtönen griff ich diese Mal auf Farben von Lifecolor zurück. Lifecolor stellt die beiden Eagle-Mod-Grey FS36176 und FS36251 dem Modellbauer zur Verfügung. Die Acrylfarben lassen sich problemlos verarbeiten und auch mit Gunze-Acryl abtönen.

Nach einem Pre-Shading in Schwarz und Weiß folgte nun der Auftrag dieser beiden Haupt-Farbtöne. Um einen besseren Kontrast zu erzielen, klebte ich die Übergänge mit Schablonen ab. Etwas abgetönt versuchte ich mich in diversen Post-Schattierungen. Nach einem Tag Arbeit war ich mit der Lackierung zufrieden.

Das änderte sich etwas nach Auftrag des Klarlacks. Leider dunkelte das hellere Grau durch den Klarlack viel zu sehr ab, was den Kontrast erheblich veränderte. Ich wollte die Lackierung jedoch nicht durch weitere Schritte gefährden, und begann trotzdem mit dem Bekleben der Maschine. Die Decals von Speedhunter ließen sich problemlos verarbeiten, und nach einem Washing war ich mit dem Ergebnis halbwegs zufrieden.

Nur halbwegs, denn der zu dunkle Grauton ließ mir keine Ruhe. Und so ging ich auf Risiko und mischte das FS36251 aufgehellt und gut verdünnt erneut an. Vorsichtig ging ich dann mit dem Airbrush noch einmal über das Modell – und siehe da, es funktionierte! Nun steht die Eagle mit einem einigermaßen vernünftigen Kontrast da.

Nach Einbau des Fahrwerkes, der Pylonen und letzter Kleinteile war die Eagle rasch zusammengebaut. Bewaffnet habe ich Sie mit Raketen des Types AIM-9X Sidewinder und AIM-120C AMRAM. Die Triebwerke sparte ich mir bis zum Ende auf. Die Nozzles lackierte ich mit Metallic-Farben von AK-Interactive. Ich finde die Bausatzteile bereits sehr gut detailliert, dennoch fügte ich noch ein paar Ätzteile aus der Restekiste hinzu.

Nach Auftrag des Matt-Lackes waren nun beide Maschinen fertig, und ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Auch wenn die Viper mittlerweile von der Basis in Fresno/Kalifornien abgezogen wurden, stellen die beiden ein höchst attraktives Paar dar!

Happy Modelling!

Christian

MiG-25 RBF (1:48, ICM, Eduard)

Liebe Modellbau-Freunde!

Manchmal gibt es Zufälle, an die möchte man erst gar nicht glauben. Der MiG-25RBT Bausatz von ICM lag schon vorbereitet auf meinem Modellbau-Tisch, da erhielt ich zeitgleich vom Kitchecker Team eine  Nachricht. Thomas Schneider fragte mich, ob ich für Kitchecker und ICM den neuen Bausatz der MiG-25RBF bauen könnte. Natürlich habe ich nicht lange überlegt und sofort zugesagt. Wenige Wochen später erhielt ich den Bausatz inkl. Eduard PE-Sets für das Cockpit und Gurtzeug auf dem Postweg.

Die MiG-25 als russischer Mach-3 Aufklärungsbomber fasziniert mich vor allem durch sein rustikales und martialisches Design. Die Maschine misst in Wirklichkeit in der Länge mehr als 20 und in der Spannweite 14 Meter. Gemeinsam mit den riesigen Triebwerken sollte dies im Maßstab 1:48 ein  eindrucksvolles Modell ergeben.

Der Bausatz lässt eine von drei Maschinen zum Bau zu. Ich entschied mich für die Boxart-Version, die „Rote 38“ in der seltenen „Afghanistan-Camouflage“. Die Maschine war um 1990 in der ehemaligen DDR stationiert. Das Schema sollte mir noch einigen Aufwand bescheren, da ich von dieser Maschine trotz eingehender Recherche kein Bild „von oben“ fand.

Zum Bausatz selbst kann ich sagen, dass die Spritzlinge von hervorragender Qualität sind. Sämtliche Gravuren überzeugen und stellen einen sehr hohen Detailgrad dar. Anleitung und Decalbogen überzeugen ebenfalls in der Ausführung. Schade eben dass es bei der Lackieranleitung für die „38“ keine Sicht von oben abgedruckt gibt. Ich habe hierfür extra bei ICM angefragt, und erhielt die Antwort dass Ihnen eine entsprechende Abbildung leider auch nicht vorliegt. Freundlicherweise erhielt ich von der Design-Abteilung jedoch einige zusätzliche Referenzfotos, die die Maschine seitlich zeigen.

Der Bau beginnt üblicherweise mit dem Cockpit, und hier kamen auch die Eduard Photo-Etch-Parts zum Einsatz. Es tat mir fast leid, die schönen Gravuren zu zerstören. Dennoch werten die bedruckten Metallteile des tschechischen Herstellers das fertige Cockpit auf. Stellt man die Maschine wie ich mit geschlossener Kanzel dar, könnte man aber auch darauf verzichten. Weiter ging es mit dem Zusammenbau der Lufteinlässe und Rumpf. Hier muss man sehr genau arbeiten, Trocken-Anpassung ist hier ein Muss. Trotz sorgfältiger Arbeit blieben ein paar Spalte, dich ich später gespachtelt und verschliffen habe.

Alles in Allem war der Rumpf aber rasch zusammengebaut, die Spachtelarbeiten gingen leicht von der Hand. Am fertigen Modell würde man davon aber dank der intelligenten Bauteile fast nichts mehr sehen. Sehr gut gelöst: die Tragflächen haben eine hohe Passgenauigkeit. Ich konnte diese somit separat lackieren, dies erleichterte mir diesen Schritt enorm. Am Ende habe ich diese einfach nur angesteckt und nicht verklebt.

Zur Lackierung: Wie immer habe ich sehr viel recherchiert um die richtigen Farbangaben zu erhalten. Ich habe einige Farbmuster aufgespritzt, um dann am Ende aber doch völlig eigene Farbtöne zu mischen. Diese sollten meiner Meinung nach besser  als die Angaben diverser Hersteller (zB. Revell) und Internet-Foren zum Modell passen.

ICM selbst gibt in deren Anleitung Farbangaben in Tamiya und Revell vor. Laut meiner Einschätzung orientieren sich diese Angaben aber eher auf ein ziemlich überbelichtetes Referenzfoto der Maschine. Andere Fotos (bei denen auch der Hintergrund deutlich natürlicher aussieht) zeigen die MiG in dünkleren Grün- und Brauntönen, daran versuchte ich mich schlussendlich zu orientieren. Das Ganze ist natürlich subjektiv, und am Ende sollte das Modell einfach stimmig aussehen und gefallen.

Die Camouflage musste ich wie oben schon erwähnt ohne vernünftige Vorlage erstellen. Ich benützte also die vorhandenen Fotos und versuchte das Schema bestmöglich fortzuführen und zu „erraten“. Mittels selbst erstellter Krepp-Schablonen führte ich nach einem Pre-Shading die Lackierarbeiten durch. Es waren in Summe viele kleine Schritte notwendig um das Modell ganzheitlich zu lackieren. Um das Modell lebendiger zu gestalten und auch dem Miniatur-Effekt gerecht zu werden, lackierte ich mit diversen helleren Farben ein aufwändiges Post-Shading. Die metallene Heckpartie und die riesigen „Nozzles“ stellte ich mittels diverser Metallfarben von AK-Interactive nach. Das Modell sah danach für mich sehr stimmig aus und ich freute mich schon auf den weiteren Zusammenbau!

Nach einer Schicht Klarlack und 24h Trocknungszeit kamen die Decals zum Auftragen. Zuerst hatte ich anhand der Fotos den Eindruck, die Maschine trug keine Wartungshinweise. Bei genauem Hinsehen und hohem Zoom kann man diese allerdings erkennen. Danach erfolgte ein Washing mit „Flory-Models Dark Dirt“. Die Maschine kam nun ihrem Vorbild immer näher. Fahrwerk, Räder, Klappen und Sitz wurden nun zusammen-gebaut, lackiert und mit einem Enamel-Wash bearbeitet. Das Fahrwerk habe ich noch mit etwas Draht verfeinert, die Räder etwas abgeflacht.

Sämtliche Anbauteile ließen sich am Ende problemlos verbauen. Hier zeigt der Bausatz wieder seine Stärke. Auf den Zusatztank habe ich übrigens verzichtet. Obwohl ich diesen zuerst als unabdingbar einstufte, gefiel mir die Maschine am Ende ohne Tank besser, auch weil dadurch die Proportionen besser ausfallen.

Am Ende erhielt das Modell noch eine Schicht Klarlack in Seidenmatt, um die Arbeit zu versiegeln. Die letzten Antennen wurden noch angebaut, und die MiG-25 RBF war fertiggestellt!

Fazit: Ich kann den Bausatz für den versierten Modellbauer vorbehaltlos empfehlen, mit mittleren Aufwand lässt sich ein sehr schönes Modell des eindrucksvollen „Kalten-Krieg“ Bombers für die Vitrine herstellen.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei ICM und dem Kitchecker Team für das Vertrauen und das Zur Verfügung stellen des Bausatzes – meine Erwartungen wurden auf jeden Fall positiv erfüllt!

Happy Modelling, euer Christian!

 

F-14A Tomcat VF-111 Sundowners (Tamiya, Eduard, Furball, 1:48)

Liebe Modellbau-Freunde!

Nach einigen Auftragsarbeiten durfte ich mich nun endlich meiner „Tamiya Tomcat“ widmen. Die Vorfreude war riesig und die Erwartungshaltung an den Bausatz sehr groß!

Mit der Tamiya Tomcat wollte ich mir endlich meinen Traum einer   F-14 der VF-111 „Sundowners“ erfüllen, die meiner Meinung nach ebenso viel Kultstatus besitzt wie die „Jolly-Rogers“. Furball Aero Design lieferte mir hierfür mit seinem aktuellen Decalbogen, der „Sundowners Anthology“, eine riesige Auswahl an 19 Maschinen.

Nach längerer Recherche der einzelnen Maschinen sollte es die Bulk-No. 162594 aus Anfang 1992 werden. Ich fand hierzu ein paar wenige Referenz-Fotos im Netz. Interessant für mich waren die in „Light Ghost Grey“ abgesetzten Pylonen und Tanks, welche das Overall „Light Gull Grey“ Schema meiner Meinung nach etwas interessanter machen sollten.

Eduard war so freundlich, mir 2017 nach Release der Tamiya Tomcat einige Aftermarket-Parts zur Verfügung zu stellen. So sollten das Interior-, Exterior- und Exhaust PE-Set zur Anwendung kommen, genau so wie Sitze und Räder aus hervorragenden Eduard-Brassin.

Eines Vorneweg – die Erwartungen an den Bausatz wurden vollends erfüllt. Der Bausatz zauberte mir des öfteren ein Lächeln auf die Lippen und dank der daraus entstandenen Motivation konnte ich die Tomcat nach nur einer Woche (!) Bauzeit fertig stellen. Auch die Verwendung aller Zubehör Teile habe ich zu keiner Zeit bereut, die hervorragenden Eduard-Sätze werteten mein Bastel-Erlebnis und das fertige Modell um ein vielfaches auf!

Der Bau selbst beginnt wie üblich mit dem Cockpit. Es war mir fast unangenehm, die schönen Gravuren zu zerstören und mit den Ätzteilen zu überkleben. Trotzdem wollte ich mir die aufwendige Handbemalung ersparen, und die PE-Teile sehen einfach nur großartig aus. Die Fahrwerks-Bucht vorne ist ein kleiner Bausatz für sich, gemeinsam mit den Zubehör-Teilen ist sie fast zu schade um nur von unten gezeigt zu werden. Auch „OOB“ stellen die Details aber alle anderen Mitbewerber in den Schatten.

Dank der genauen Passform und intelligenten Spritzäste, die sehr gute und logische Bauanleitung sei ebenfalls erwähnt, war der Rumpf inkl. Schwenkflügel rasch zusammengebaut. Für den Schwenkmechanismus hat sich Tamiya ein sehr robustes und verschraubtes System einfallen lassen, wobei man die eigentlichen Tragflächen während des Baus auch separat bemalen und erst ganz zum Schluss montieren kann – alle in allem sehr clever gelöst!

Der Zusammenbau war also rasch von statten gegangen, die PE-Teile auch an der Außenseite angebracht. Nach einem Pre-Shading mit Schwarz und Weiss folgte der Anstrich mit Gunzes H315. Darauf kreierte ich mit AKs Light Gull Grey und diversen anderen Grautönen ein aufwändiges Post Shading. Etwas Tamiya-Smoke sollte der Maschine noch ein paar dunkle Stellen und Dreck geben. Nach einer satten Schicht Klarlack (Revell) durfte ich mich nun den Decals widmen.

Von hervorragender Qualität gedruckt, war einzig das Haifisch-Maul eine Herausforderung. Wo mir hier der Film etwas zu dick erschien (ich musste das Decal mehrmals mit Weichmacher bearbeiten), war er mir an den Leitwerken wiederum zu dünn. Aber diese Kritik ist rein subjektiv, man kann es halt nicht jedem recht machen 😉 Um aber doch etwas Kritik zu nennen, es fehlt bei den Varianten-Decals komplett die Nummerierung…des öfteren suchte ich ratlos die richtigen Beschriftungen auf den beiden großen Bögen und hoffte dann doch das richtige Decal verwendet zu haben – hier sollte man größte Sorgfalt walten lassen!

Mit viel Geduld und nach einigen Bastel-Stunden kam die Tomcat Ihrem High-Viz Schema nun schon sehr nahe, ich freute mich auf den restlichen Zusammenbau. Nach einem unkomplizierten Washing mit Flory Models „Dark-Dirt“ baute ich Fahrwerk, Klappen, Pylonen etc. zusammen. Alle Anbauteile altere ich seit längerer Zeit bereits mit AK-Washings. Aus der Restekiste hatte ich noch einen Eduard Resin-Front-Pod sowie eine offene Schubdüse verfügbar. Die beiden Nozzles lackierte ich mit diversen AK Xtreme Metall-Farben, um sie danach nochmal mit der Hand per Pinsel zu verfeinern.

Zuletzt erhielt die Tomcat Ihren seidenmatten Klarlack (ebenfalls Revell), um danach auch das Canopy und die restlichen Klarteile fertig machen zu können. Es entstand so eine meiner Meinung nach sehr schöne F-14A im farbenfrohen Kleid der VF-111 Staffel, die sich nun in meiner Vitrine präsentieren darf.

Und – dies war sicher nicht meine letzte Tamiya Cat, ich freue mich schon riesig auf die D-Variante, um evt. eine „Last-Flight“ bauen zu können!

Happy Modelling!

Christian

North American X-15 A-2 66671 (Special Hobby, 1:48)

Liebe Modellbaufreunde!

Um meine Erfahrung amerikanischer Raketen-Jets zu erweitern, holte ein deutscher Sammler einen alten „Special Hobby“ Bausatz aus seinem Fundus hervor. Der Bausatz selbst bestand nur aus wenigen Bauteilen, jedoch waren einige Resin-Teile sowie ein farbenfroher Decalbogen beigelegt.

Bauen wollte ich die Version, mit welcher auch Neil Armstrong geflogen sein sollte…wir wählten die 66671 in der  A-2 Variante aus. Die Maschine wurde nach einem Crash gerettet und zur A-2 umgebaut bzw. verbessert. Neil Armstrong durfte natürlich nicht fehlen und sollte im Maßstab 1:48 neben der Maschine mit den farbenfrohen Zusatztanks posieren.

Und so legte ich los…zuerst als eher kurzweiliger Bausatz gedacht, wurde ich bald eines besseren belehrt. Keines der wenigen Bauteile passte zusammen, und so waren umfangreiche Schleifarbeiten notwendig, was bei Resin-Parts bekanntlich keinen Spaß macht. Positiv waren die zahlreich vorhandenen Referenz-Fotos aus dem Netz, welche die Maschine u.a. auch in Nahaufnahme zeigten.

Los ging es mit dem Cockpit…aufgrund der Referenz-Fotos der A-2 gab ich dem grauen Anstrich einen kleinen blau-Stich mit hinzu. Decals oder Ätzteile für das Cockpit hatte ich nicht, also lackierte ich das Cockpit per Hand. Problematisch waren danach die Passform der Haube sowie des Raketen-Triebwerkes, welches ich umfangreich bearbeiten musste. Auch die „Seitenleitwerke“ waren alles andere als passgenau, auch hier musste ich stundenlang spachteln und schleifen.

Als der Rumpf endlich fertig war, durfte ich aufatmen – der grobe und schwierigste Teil war vollbracht! Nun überlegte ich, wie ich der Maschine einen möglichst authentischen Anstrich verpassen konnte. Black is beautiful“ – aber: die Fotos zeigten u.a. Abnutzungen des schwarzen Schutzanstriches, sowie zahlreiche Panele welche in unterschiedlichen Grau-Farbtönen ausgebessert wurden.

So lackierte ich den Rumpf zuerst in verschiedenen Metall-Farbtönen von AK. Hauptsächlich kam der Farbton „Titanium“ zum Einsatz, da die Maschine im Original angeblich aus viel Titan bestand (keine Ahnung ob das korrekt ist)…Über das Titan lackierte ich eine Schicht Schwarz (mit Blau-Stich), danach kamen umfangreiche Lackierarbeiten, um die Panele mit dunklen Metall-Tönen, diversen Grau-Tönen etc. zu bearbeiten. Das Schwarz wurde an einigen Stellen vorsichtig abgeschliffen, so kam der Vorlack in Titan zum Vorschein – genial!

Am Ende war ich mehr als zufrieden, genau genommen vom Ergebnis total begeistert! Nach einer Schicht Klarlack kamen die Farbenfrohen Decals zum Einsatz, immer mehr nährte sich in mir der Gedanke, dass dies ein wirklich großartiges Modell werden würde.

Voller Motivation baute ich die Maschine mit den noch wenigen fehlenden Teilen zu Ende, die Tanks sowie die Figur waren nur noch Formsache, für das „A“ auf der rechten Seite half mir eine Schablone aus der Bastelkiste meiner Frau. Nach einer Schicht Mattlack war das Modell fertig, und ich durfte sie einige Wochen in der Vitrine bewundern, bevor ich sie gut verpackt auf die Reise schickte.

Sie kam unversehrt bei Ihrem Empfänger an, der sie sogleich in seine umfangreiche Sammlung, u.a. „meiner“ Bell X-1 und des USAF-Starfighters, hinzufügte.

Fazit: Wer diesen veralteten und mittlerweile sehr seltenen Bausatz sein eigen nennt und bauen möchte, sollte sehr viel Geduld und Geschick mitbringen. Was sich zuerst als „Weekend-Edition“ tarnt, stellt sich bald als Nervenprobe heraus. Der versierte Modellbauer kann daraus aber ohne weiteres eine sehr schöne Nachbildung des legendären Rakten-Jets bauen!

Happy Modelling!

Christian

Su-33 Flanker „Blue 79“ (Kinetic, 1:48)

Liebe Modellbaufreunde!

Für einen Sammler aus Deutschland durfte ich kürzlich eine Su-33 Navy-Flanker bauen. Neben dem Basis-Bausatz von Kinetic sendete mir mein Auftraggeber einige Zubehörteile – einen Su-27 Piloten von Aerobonus, das passende Eduard PE-Set „Interior“,einen Begemont Decalbogen sowie eine Pitot-Röhre von Master-Model. Eine passende Einstiegsleiter besorgte ich selbst über das Internet.

Mein Kunde wollte die Maschine mit fast allen verfügbaren Optionen zeigen: Fanghaken Down, Canopy offen, Flügel geklappt, Flaps und Tankfüllstutzen ausgefahren, Heckkonus und Bremsklappe offen, uvm. Der Gedanke dabei  war – der Pilot testet gerade die Systeme durch – etwas Fantasie darf natürlich auch beim Modellbau nicht fehlen!

Gesagt getan, nach einiger Zeit an Abstimmung konnte es losgehen. Der Bausatz war von Anfang an ein Traum. Einziger Mangel – die Bauanleitung. Ich denke diese wurde bei neueren Kits ausgetauscht, ich hielt allerdings noch eine der ersten Prototyp-Instruktionen (?) in Händen. Nach etwas Recherche konnte ich mir aber eine aktualisierte Version aus dem Netz downloaden. Im Übrigen mangelte es generell an vernünftigen Referenzfotos der 79er, dazu aber später.

Wie gesagt, am Bausatz gibt es nichts zu meckern. Feine Details und Gravuren, sehr gute Passformen und scheinbar unendliche Optionen – dieser Bausatz ist, abgesehen von der mangelhaften Anleitung, jeden Cent wert!

Los ging es wie üblich mit dem Cockpit. Die passende Farbe dazu hatte ich rasch gefunden. Ein paar Referenzfotos zeigten das Cockpit nicht im bekannten kräftigen russischen Cockpit-Türkis, sondern in einer abgeschwächteren Form. Ich benutzte Gunze H067 und tönte das RLM 65 mit etwas blau ab. Die Eduard Ätzteile werten das Interieur auf jeden Fall auf. Der Pilot erhielt einen orange-farbenen Overall,  wie auf ein paar Referenzfotos ersichtlich.

Der Zusammenbau von Rumpf und Fahrwerksbuchten ging ohne Probleme vonstatten. Natürlich sollte man sich genau überlegen, welche Lackierschritte man vor dem jeweiligen Zusammenbau durchführt. So ist es zB. ratsam, das Innere der „Intakes“ vorab in grau zu lackieren, um den Übergang zur Rumpf-Farbe noch vor Zusammenbau scharf abzukleben.

Überhaupt habe ich dieses Mal, eher untypisch, sämtliche Anbauteile fast zur Gänze separat lackiert und fertiggestellt. Anders wäre es bei diesem komplexen Bausatz und den vielen Optionen nicht möglich gewesen.

Die Schubdüsen erhielten nach einem Pre-Shading einen Farbanstrich mit AKs Xtreme Metal Colours. Eine Herausforderung, welche mir aber denke ich ganz gut gelungen ist.

Die Camouflage Lackierung hatte hingegen so Ihre Tücken…

Zuerst galt es die passenden Farbtöne zu finden. Mein Auftraggeber wollte die Maschine im eher dunkleren Anstrich zeigen. Die blaue 79 trägt nebenbei noch das Hellere der beiden Blautöne an der Unterseite (viele Maschinen tragen „unten“ ein leicht grünliches grau). Ich recherchierte hier sehr viel im Netz, um einen Überblick über Farbtöne und diverse Farbtonschemen zu erhalten.

Die Abbildung im Begemont-Bogen (Nr. 10) deckte sich zu 90% mit den dürftigen Referenzfotos aus dem Netz sowie einigen Grafiken. So konnte ich am Ende ziemlich sicher sein, die passende Lackierung gefunden zu haben.

Als Basis für die Farbtöne sollten mir die des Su-33 Set von Ammo by Mig (7208) dienen. Um sicher zu gehen, machte ich nun einige Lackierversuche, alternativ dazu mit Revell und Gunze-Farben. 100% zufrieden war ich mit dem Ergebnis der Ammo-MiG Farbtöne nicht. Ich tönte das meiner Meinung zu helle Dunkelblau (FS-15102) mit Gunze H025 ab, auch das Hellblau FS-35260 war mir zu „strahlend“, daher mischte ich etwas grau dazu.

Die Ammo Mig Farben lassen sich übrigens problemlos mit Gunze Acrylfarben mischen. Beim Grau griff ich schlussendlich auf Gunze H307 zurück. So wollte ich die für die „Blaue 79“ passenden Farbtöne gefunden haben. Die Radarflächen lackierte ich übrigens in Grau, auf Wunsch meines Auftraggebers. Einige frühere Fotos zeigen die SU-33 mit grauer „Nase“.

Im Gegensatz zu meiner üblichen Lackierweise lackierte ich die verschiedenen Farbtöne mittels selbst angefertigten Schablonen aus Malerkrepp auf. Das war natürlich sehr zeitaufwändig, frei Hand wäre mir die eher scharfkantige Camouflage aber sicher nicht gelungen. Mit Vorsicht versuchte ich nebenbei das Pre-Shading nicht ganz zu überdecken.

Am Ende wollte ich der Maschine noch etwas mehr Charakter geben, und gab ihr mit gezielt eingesetzten „Spots“ und Schattierungen den letzten Schliff. Heraus kam eine sehr stimmige und vor allem gebraucht aussehende Lackierung – so sollte es sein!

Nach einer Schicht Revell-Klarlack ging es an die Decals. Leider lagen dem Bausatz sowie Begemont-Bogen nur wenige Wartungshinweise bei, was ich sehr schade finde. Der AHA-Effekt folgt meist immer nach dem „Washing“ – eine Behandlung mit Flory-Models „Dark Dirt“ altert das Modell um Lichtjahre!

Da ich bereits vorab Teile wie das Fahrwerk, den Fanghaken, Raketen usw. komplett vorbereitet hatte, ging der finale Zusammenbau sehr rasch und unkompliziert von der Hand. Rasch wurde die SU-33 finalisiert.

Leider nur kurz in meiner Vitrine, brachte ich sie schon kurz darauf auf die Reise zu meinem Auftraggeber, der sie bereits sehnsüchtig erwartete!