MiG-25 RBF (1:48, ICM, Eduard)

Liebe Modellbau-Freunde!

Manchmal gibt es Zufälle, an die möchte man erst gar nicht glauben. Der MiG-25RBT Bausatz von ICM lag schon vorbereitet auf meinem Modellbau-Tisch, da erhielt ich zeitgleich vom Kitchecker Team eine  Nachricht. Thomas Schneider fragte mich, ob ich für Kitchecker und ICM den neuen Bausatz der MiG-25RBF bauen könnte. Natürlich habe ich nicht lange überlegt und sofort zugesagt. Wenige Wochen später erhielt ich den Bausatz inkl. Eduard PE-Sets für das Cockpit und Gurtzeug auf dem Postweg.

Die MiG-25 als russischer Mach-3 Aufklärungsbomber fasziniert mich vor allem durch sein rustikales und martialisches Design. Die Maschine misst in Wirklichkeit in der Länge mehr als 20 und in der Spannweite 14 Meter. Gemeinsam mit den riesigen Triebwerken sollte dies im Maßstab 1:48 ein  eindrucksvolles Modell ergeben.

Der Bausatz lässt eine von drei Maschinen zum Bau zu. Ich entschied mich für die Boxart-Version, die „Rote 38“ in der seltenen „Afghanistan-Camouflage“. Die Maschine war um 1990 in der ehemaligen DDR stationiert. Das Schema sollte mir noch einigen Aufwand bescheren, da ich von dieser Maschine trotz eingehender Recherche kein Bild „von oben“ fand.

Zum Bausatz selbst kann ich sagen, dass die Spritzlinge von hervorragender Qualität sind. Sämtliche Gravuren überzeugen und stellen einen sehr hohen Detailgrad dar. Anleitung und Decalbogen überzeugen ebenfalls in der Ausführung. Schade eben dass es bei der Lackieranleitung für die „38“ keine Sicht von oben abgedruckt gibt. Ich habe hierfür extra bei ICM angefragt, und erhielt die Antwort dass Ihnen eine entsprechende Abbildung leider auch nicht vorliegt. Freundlicherweise erhielt ich von der Design-Abteilung jedoch einige zusätzliche Referenzfotos, die die Maschine seitlich zeigen.

Der Bau beginnt üblicherweise mit dem Cockpit, und hier kamen auch die Eduard Photo-Etch-Parts zum Einsatz. Es tat mir fast leid, die schönen Gravuren zu zerstören. Dennoch werten die bedruckten Metallteile des tschechischen Herstellers das fertige Cockpit auf. Stellt man die Maschine wie ich mit geschlossener Kanzel dar, könnte man aber auch darauf verzichten. Weiter ging es mit dem Zusammenbau der Lufteinlässe und Rumpf. Hier muss man sehr genau arbeiten, Trocken-Anpassung ist hier ein Muss. Trotz sorgfältiger Arbeit blieben ein paar Spalte, dich ich später gespachtelt und verschliffen habe.

Alles in Allem war der Rumpf aber rasch zusammengebaut, die Spachtelarbeiten gingen leicht von der Hand. Am fertigen Modell würde man davon aber dank der intelligenten Bauteile fast nichts mehr sehen. Sehr gut gelöst: die Tragflächen haben eine hohe Passgenauigkeit. Ich konnte diese somit separat lackieren, dies erleichterte mir diesen Schritt enorm. Am Ende habe ich diese einfach nur angesteckt und nicht verklebt.

Zur Lackierung: Wie immer habe ich sehr viel recherchiert um die richtigen Farbangaben zu erhalten. Ich habe einige Farbmuster aufgespritzt, um dann am Ende aber doch völlig eigene Farbtöne zu mischen. Diese sollten meiner Meinung nach besser  als die Angaben diverser Hersteller (zB. Revell) und Internet-Foren zum Modell passen.

ICM selbst gibt in deren Anleitung Farbangaben in Tamiya und Revell vor. Laut meiner Einschätzung orientieren sich diese Angaben aber eher auf ein ziemlich überbelichtetes Referenzfoto der Maschine. Andere Fotos (bei denen auch der Hintergrund deutlich natürlicher aussieht) zeigen die MiG in dünkleren Grün- und Brauntönen, daran versuchte ich mich schlussendlich zu orientieren. Das Ganze ist natürlich subjektiv, und am Ende sollte das Modell einfach stimmig aussehen und gefallen.

Die Camouflage musste ich wie oben schon erwähnt ohne vernünftige Vorlage erstellen. Ich benützte also die vorhandenen Fotos und versuchte das Schema bestmöglich fortzuführen und zu „erraten“. Mittels selbst erstellter Krepp-Schablonen führte ich nach einem Pre-Shading die Lackierarbeiten durch. Es waren in Summe viele kleine Schritte notwendig um das Modell ganzheitlich zu lackieren. Um das Modell lebendiger zu gestalten und auch dem Miniatur-Effekt gerecht zu werden, lackierte ich mit diversen helleren Farben ein aufwändiges Post-Shading. Die metallene Heckpartie und die riesigen „Nozzles“ stellte ich mittels diverser Metallfarben von AK-Interactive nach. Das Modell sah danach für mich sehr stimmig aus und ich freute mich schon auf den weiteren Zusammenbau!

Nach einer Schicht Klarlack und 24h Trocknungszeit kamen die Decals zum Auftragen. Zuerst hatte ich anhand der Fotos den Eindruck, die Maschine trug keine Wartungshinweise. Bei genauem Hinsehen und hohem Zoom kann man diese allerdings erkennen. Danach erfolgte ein Washing mit „Flory-Models Dark Dirt“. Die Maschine kam nun ihrem Vorbild immer näher. Fahrwerk, Räder, Klappen und Sitz wurden nun zusammen-gebaut, lackiert und mit einem Enamel-Wash bearbeitet. Das Fahrwerk habe ich noch mit etwas Draht verfeinert, die Räder etwas abgeflacht.

Sämtliche Anbauteile ließen sich am Ende problemlos verbauen. Hier zeigt der Bausatz wieder seine Stärke. Auf den Zusatztank habe ich übrigens verzichtet. Obwohl ich diesen zuerst als unabdingbar einstufte, gefiel mir die Maschine am Ende ohne Tank besser, auch weil dadurch die Proportionen besser ausfallen.

Am Ende erhielt das Modell noch eine Schicht Klarlack in Seidenmatt, um die Arbeit zu versiegeln. Die letzten Antennen wurden noch angebaut, und die MiG-25 RBF war fertiggestellt!

Fazit: Ich kann den Bausatz für den versierten Modellbauer vorbehaltlos empfehlen, mit mittleren Aufwand lässt sich ein sehr schönes Modell des eindrucksvollen „Kalten-Krieg“ Bombers für die Vitrine herstellen.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei ICM und dem Kitchecker Team für das Vertrauen und das Zur Verfügung stellen des Bausatzes – meine Erwartungen wurden auf jeden Fall positiv erfüllt!

Happy Modelling, euer Christian!

 

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