Archiv der Kategorie: Auftragsarbeiten

North American X-15 A-2 66671 (Special Hobby, 1:48)

Liebe Modellbaufreunde!

Um meine Erfahrung amerikanischer Raketen-Jets zu erweitern, holte ein deutscher Sammler einen alten „Special Hobby“ Bausatz aus seinem Fundus hervor. Der Bausatz selbst bestand nur aus wenigen Bauteilen, jedoch waren einige Resin-Teile sowie ein farbenfroher Decalbogen beigelegt.

Bauen wollte ich die Version, mit welcher auch Neil Armstrong geflogen sein sollte…wir wählten die 66671 in der  A-2 Variante aus. Die Maschine wurde nach einem Crash gerettet und zur A-2 umgebaut bzw. verbessert. Neil Armstrong durfte natürlich nicht fehlen und sollte im Maßstab 1:48 neben der Maschine mit den farbenfrohen Zusatztanks posieren.

Und so legte ich los…zuerst als eher kurzweiliger Bausatz gedacht, wurde ich bald eines besseren belehrt. Keines der wenigen Bauteile passte zusammen, und so waren umfangreiche Schleifarbeiten notwendig, was bei Resin-Parts bekanntlich keinen Spaß macht. Positiv waren die zahlreich vorhandenen Referenz-Fotos aus dem Netz, welche die Maschine u.a. auch in Nahaufnahme zeigten.

Los ging es mit dem Cockpit…aufgrund der Referenz-Fotos der A-2 gab ich dem grauen Anstrich einen kleinen blau-Stich mit hinzu. Decals oder Ätzteile für das Cockpit hatte ich nicht, also lackierte ich das Cockpit per Hand. Problematisch waren danach die Passform der Haube sowie des Raketen-Triebwerkes, welches ich umfangreich bearbeiten musste. Auch die „Seitenleitwerke“ waren alles andere als passgenau, auch hier musste ich stundenlang spachteln und schleifen.

Als der Rumpf endlich fertig war, durfte ich aufatmen – der grobe und schwierigste Teil war vollbracht! Nun überlegte ich, wie ich der Maschine einen möglichst authentischen Anstrich verpassen konnte. Black is beautiful“ – aber: die Fotos zeigten u.a. Abnutzungen des schwarzen Schutzanstriches, sowie zahlreiche Panele welche in unterschiedlichen Grau-Farbtönen ausgebessert wurden.

So lackierte ich den Rumpf zuerst in verschiedenen Metall-Farbtönen von AK. Hauptsächlich kam der Farbton „Titanium“ zum Einsatz, da die Maschine im Original angeblich aus viel Titan bestand (keine Ahnung ob das korrekt ist)…Über das Titan lackierte ich eine Schicht Schwarz (mit Blau-Stich), danach kamen umfangreiche Lackierarbeiten, um die Panele mit dunklen Metall-Tönen, diversen Grau-Tönen etc. zu bearbeiten. Das Schwarz wurde an einigen Stellen vorsichtig abgeschliffen, so kam der Vorlack in Titan zum Vorschein – genial!

Am Ende war ich mehr als zufrieden, genau genommen vom Ergebnis total begeistert! Nach einer Schicht Klarlack kamen die Farbenfrohen Decals zum Einsatz, immer mehr nährte sich in mir der Gedanke, dass dies ein wirklich großartiges Modell werden würde.

Voller Motivation baute ich die Maschine mit den noch wenigen fehlenden Teilen zu Ende, die Tanks sowie die Figur waren nur noch Formsache, für das „A“ auf der rechten Seite half mir eine Schablone aus der Bastelkiste meiner Frau. Nach einer Schicht Mattlack war das Modell fertig, und ich durfte sie einige Wochen in der Vitrine bewundern, bevor ich sie gut verpackt auf die Reise schickte.

Sie kam unversehrt bei Ihrem Empfänger an, der sie sogleich in seine umfangreiche Sammlung, u.a. „meiner“ Bell X-1 und des USAF-Starfighters, hinzufügte.

Fazit: Wer diesen veralteten und mittlerweile sehr seltenen Bausatz sein eigen nennt und bauen möchte, sollte sehr viel Geduld und Geschick mitbringen. Was sich zuerst als „Weekend-Edition“ tarnt, stellt sich bald als Nervenprobe heraus. Der versierte Modellbauer kann daraus aber ohne weiteres eine sehr schöne Nachbildung des legendären Rakten-Jets bauen!

Happy Modelling!

Christian

F-14B Tomcat Jolly Rogers Low Viz (1:48, Hasegawa)

Liebe Modellbaufreunde!

Wieder durfte ich für „meinen“ Sammler aus Wien, mittlerweile zählt er bereits zu meinen Stammkunden, ein Modell bauen. Auch sein nächster Wunsch war für mich ansprechend genug, um ihm diesen zu erfüllen – eine F-14B Tomcat in einem ansprechenden „Low Viz“ Schema. Für meinen Sammler waren die damals neuen GE-F110 Triebwerke, sichtbar im Modell hauptsächlich durch die Nozzles, das wichtigstes Element, wobei wir uns hier aus dem After-Market bedienten.

Nach einiger Vorauswahl viel die Wahl auf eine Maschine der Jolly Rogers aus ca. 1995, die Nr. 107. Eine gute Wahl, zu der es auch  entsprechende Referenzfotos im Netz gab. Den Bausatz einer F-14 A+ (später F-14B) bestellten wir über Ebay, ein Eduard PE-Set für das Cockpit, den Decalbogen sowie Aires-Nozzles folgten rasch nach.

So konnte der Bau beginnen. Eines Vorweg – leider fehlen hier wieder ausführliche WIP-Fotos. Ich hatte eigentlich nicht vor hierzu einen Artikel zu verfassen, und im Workflow fällt es mir immer sehr schwer, Fotos der Zwischenschritte zu machen. Dies sei mir bitte verziehen.

Zum Bausatz von Hasegawa gibt es eigentlich nichts negatives zu berichten, alles passt und auch die Details stimmen. Was ich als sehr praktisch erachte, ist die Möglichkeit die beiden Schwenkflügel einfach einstecken zu können. Das erleichtert die Lackierarbeit um ein Vielfaches. Entgegen der Anleitung lassen sich die Flügel auch  „overswept“ darstellen. Die Elevators habe ich beweglich gehalten, da die Stifte nicht ganz straff in die Führungen passten, habe ich sie von innen mit einem heißen Metallteil quasi vernietet.

Wie gesagt, der Bausatz selbst ist unspektakulär, nur wenige Stellen galt es für mich zu Spachteln, auch die Schleifarbeiten hielten sich in Grenzen. Natürlich gibt es mittlerweile aktuellere und besser entwickelte Bausätze (zum Bau „meiner“ Tamiya F-14 hatte ich bis dato leider immer noch keine Zeit), aber die Hasegawa in 1:48 zählt unter den Modellbauern tatsächlich noch zu den am meist geschätzten.

Nun ging es mit den Lackierarbeiten los. Mein Auftraggeber wollte zuerst eine sehr verwitterte Maschine, später einigten wir uns anhand der Referenzfotos auf ein mäßig gebrauchtes Erscheinungsbild. Zahlreiche Fotos sowie auch ein „coming-home“ Video der Staffel zeigten unsere Maschine zwar stark gebraucht, jedoch nicht unbedingt renovierungsbedürftig.

Trotzdem: dieser Anstrich sollte meine bisher aufwändigste und beste Navy-Version werden. Nach einigen Farbtests einigten wir uns auf die Farbgebung in den FS-Varianten von Testors Acryl sowie auf das entsprechende zweifärbige Tarnschema mit blaugrauem Blendschutz. Zum Einsatz kamen Testors` 4761, 4762 sowie 4873. Für die dunkelgrauen Seitenruder verwendete ich 4750. Die Farben habe ich zum Teil noch mit Gunze sowie AK-Farben abgetönt, um den meiner Meinung nach passenden Farbton zu finden. Die Oberseite sollte einen leichten Blaustich erhalten, die Unterseite erschien auf den Fotos etwas heller. Ein aufwändiges Pre- und Postshading führte schlussendlich zum gewünschten Erfolg, und mein Sammler war begeistert!

Nach einer Schicht Klarlack folgten die Decals, welche sich hervorragend verarbeiten ließen. Ein Washing in Flory-Models „Dark Dirt“ ist bei einer F-14 zwar sehr aufwändig, verändert das Erscheinungsbild aber um 180 Grad. Somit stand der Endmontage mit Fahrwerk, Klappen und Bewanffung nichts mehr im Wege. Den TARPS-Pod verfeinerte ich noch mit runden Elementen hinter dem Glas, um die Kameras darzustellen – das gibt diesem Bauteil quasi den letzten Schliff.

Die Aires-Nozzles wurden noch etwas bearbeitet, unserer Meinung nach waren die Strukturen auf den Schaufeln etwas zu stark ausgeprägt. Nach etwas Schleifarbeit folgte der Anstrich in AKs Xtreme Metal, als Haupt-farbton dieses Mal in Duraluminium – sieht einfach nur Klasse aus!

Nach ca. 1 Monat Bauzeit stand die F-14B nun fertig auf meinem Bastel-Tisch, und ich war selbst vom Ergebnis begeistert. So fiel es mir schwer, das Modell nach ein paar Tagen in meiner Vitrine wieder aus meiner Hand zu geben, allerdings tröstet die Freude des neuen Besitzers über sämtliche Verluste hinweg, und macht alle Mühen doppelt bezahlt.

Happy Modelling!

Christian Ristits

Su-33 Flanker „Blue 79“ (Kinetic, 1:48)

Liebe Modellbaufreunde!

Für einen Sammler aus Deutschland durfte ich kürzlich eine Su-33 Navy-Flanker bauen. Neben dem Basis-Bausatz von Kinetic sendete mir mein Auftraggeber einige Zubehörteile – einen Su-27 Piloten von Aerobonus, das passende Eduard PE-Set „Interior“,einen Begemont Decalbogen sowie eine Pitot-Röhre von Master-Model. Eine passende Einstiegsleiter besorgte ich selbst über das Internet.

Mein Kunde wollte die Maschine mit fast allen verfügbaren Optionen zeigen: Fanghaken Down, Canopy offen, Flügel geklappt, Flaps und Tankfüllstutzen ausgefahren, Heckkonus und Bremsklappe offen, uvm. Der Gedanke dabei  war – der Pilot testet gerade die Systeme durch – etwas Fantasie darf natürlich auch beim Modellbau nicht fehlen!

Gesagt getan, nach einiger Zeit an Abstimmung konnte es losgehen. Der Bausatz war von Anfang an ein Traum. Einziger Mangel – die Bauanleitung. Ich denke diese wurde bei neueren Kits ausgetauscht, ich hielt allerdings noch eine der ersten Prototyp-Instruktionen (?) in Händen. Nach etwas Recherche konnte ich mir aber eine aktualisierte Version aus dem Netz downloaden. Im Übrigen mangelte es generell an vernünftigen Referenzfotos der 79er, dazu aber später.

Wie gesagt, am Bausatz gibt es nichts zu meckern. Feine Details und Gravuren, sehr gute Passformen und scheinbar unendliche Optionen – dieser Bausatz ist, abgesehen von der mangelhaften Anleitung, jeden Cent wert!

Los ging es wie üblich mit dem Cockpit. Die passende Farbe dazu hatte ich rasch gefunden. Ein paar Referenzfotos zeigten das Cockpit nicht im bekannten kräftigen russischen Cockpit-Türkis, sondern in einer abgeschwächteren Form. Ich benutzte Gunze H067 und tönte das RLM 65 mit etwas blau ab. Die Eduard Ätzteile werten das Interieur auf jeden Fall auf. Der Pilot erhielt einen orange-farbenen Overall,  wie auf ein paar Referenzfotos ersichtlich.

Der Zusammenbau von Rumpf und Fahrwerksbuchten ging ohne Probleme vonstatten. Natürlich sollte man sich genau überlegen, welche Lackierschritte man vor dem jeweiligen Zusammenbau durchführt. So ist es zB. ratsam, das Innere der „Intakes“ vorab in grau zu lackieren, um den Übergang zur Rumpf-Farbe noch vor Zusammenbau scharf abzukleben.

Überhaupt habe ich dieses Mal, eher untypisch, sämtliche Anbauteile fast zur Gänze separat lackiert und fertiggestellt. Anders wäre es bei diesem komplexen Bausatz und den vielen Optionen nicht möglich gewesen.

Die Schubdüsen erhielten nach einem Pre-Shading einen Farbanstrich mit AKs Xtreme Metal Colours. Eine Herausforderung, welche mir aber denke ich ganz gut gelungen ist.

Die Camouflage Lackierung hatte hingegen so Ihre Tücken…

Zuerst galt es die passenden Farbtöne zu finden. Mein Auftraggeber wollte die Maschine im eher dunkleren Anstrich zeigen. Die blaue 79 trägt nebenbei noch das Hellere der beiden Blautöne an der Unterseite (viele Maschinen tragen „unten“ ein leicht grünliches grau). Ich recherchierte hier sehr viel im Netz, um einen Überblick über Farbtöne und diverse Farbtonschemen zu erhalten.

Die Abbildung im Begemont-Bogen (Nr. 10) deckte sich zu 90% mit den dürftigen Referenzfotos aus dem Netz sowie einigen Grafiken. So konnte ich am Ende ziemlich sicher sein, die passende Lackierung gefunden zu haben.

Als Basis für die Farbtöne sollten mir die des Su-33 Set von Ammo by Mig (7208) dienen. Um sicher zu gehen, machte ich nun einige Lackierversuche, alternativ dazu mit Revell und Gunze-Farben. 100% zufrieden war ich mit dem Ergebnis der Ammo-MiG Farbtöne nicht. Ich tönte das meiner Meinung zu helle Dunkelblau (FS-15102) mit Gunze H025 ab, auch das Hellblau FS-35260 war mir zu „strahlend“, daher mischte ich etwas grau dazu.

Die Ammo Mig Farben lassen sich übrigens problemlos mit Gunze Acrylfarben mischen. Beim Grau griff ich schlussendlich auf Gunze H307 zurück. So wollte ich die für die „Blaue 79“ passenden Farbtöne gefunden haben. Die Radarflächen lackierte ich übrigens in Grau, auf Wunsch meines Auftraggebers. Einige frühere Fotos zeigen die SU-33 mit grauer „Nase“.

Im Gegensatz zu meiner üblichen Lackierweise lackierte ich die verschiedenen Farbtöne mittels selbst angefertigten Schablonen aus Malerkrepp auf. Das war natürlich sehr zeitaufwändig, frei Hand wäre mir die eher scharfkantige Camouflage aber sicher nicht gelungen. Mit Vorsicht versuchte ich nebenbei das Pre-Shading nicht ganz zu überdecken.

Am Ende wollte ich der Maschine noch etwas mehr Charakter geben, und gab ihr mit gezielt eingesetzten „Spots“ und Schattierungen den letzten Schliff. Heraus kam eine sehr stimmige und vor allem gebraucht aussehende Lackierung – so sollte es sein!

Nach einer Schicht Revell-Klarlack ging es an die Decals. Leider lagen dem Bausatz sowie Begemont-Bogen nur wenige Wartungshinweise bei, was ich sehr schade finde. Der AHA-Effekt folgt meist immer nach dem „Washing“ – eine Behandlung mit Flory-Models „Dark Dirt“ altert das Modell um Lichtjahre!

Da ich bereits vorab Teile wie das Fahrwerk, den Fanghaken, Raketen usw. komplett vorbereitet hatte, ging der finale Zusammenbau sehr rasch und unkompliziert von der Hand. Rasch wurde die SU-33 finalisiert.

Leider nur kurz in meiner Vitrine, brachte ich sie schon kurz darauf auf die Reise zu meinem Auftraggeber, der sie bereits sehnsüchtig erwartete!

MiG-29 „Fulcrum A“ 9-12 Eary/Late (GWH, 1:48)

Liebe Modellbaufreunde!

Viele fragen sich wahrscheinlich, warum man als Modellbauer noch zusätzlich zur knapp verfügbaren Hobby-Zeit Auftragsarbeiten durchführt. Nun, zum einen bin ich froh wenn ein Modell aus Platzgründen nach einigen Wochen gleich an seinen neuen Besitzer geht, hauptsächlich geht es mir jedoch um die Freude, die man Sammlern machen kann wenn sie dann das fertige Modell endlich in Händen halten. Natürlich muss mich das Projekt auch ansprechen, das „Topic“ muss sozusagen interessant sein und die Chemie mit dem Auftraggeber sollte ebenfalls stimmen.

So trat im Sommer ein Sammler aus Wien an mich heran, ob ich ihm eine MiG-29 „early“ im Standard Camouflage Schema bauen könnte. Der Kontakt war von Anfang an nett und wertschätzend, eine MiG-29 fehlte noch in meinem Repertoire, und so war der Bau rasch beschlossen und konkretisiert.

Als Bausatz kam für uns nur der von Great-Wall-Hobby in Frage. Dieser sollte lt. Recherche eine Referenz für die MiG-29 in 1:48 darstellen. Auf Aftermarket-Parts wollten wir verzichten, da der Bausatz wohl schon einiges an tollen Details enthielt. So war es dann auch und wir wurden nicht enttäuscht. Die Schachtel kommt gut gefüllt mit einem kleinen PE-Set, einem Decal-Bogen für 3 Varianten (es sollte die Orange 07 werden), und natürlich zahlreichen gut detaillierten Plastik-Teilen. Zusätzlich legt GWH noch ein A4-Poster der Box-Art Maschine bei – eine zusätzliche Aufwertung des nicht ganz billigen und mittlerweile schwer erhältlichen Bausatzes aus Fernost.

Zum Bau: Eines vorneweg: ich musste die MiG zwei Mal bauen – dazu jedoch später mehr. Begonnen wird wie üblich mit dem Cockpit und Sitz. Die Befürchtungen bzgl. Schleudersitz haben sich leider bewahrheitet, dieser ist wirklich sehr fummelig zu bauen. Ein Resin-Sitz wäre hier wohl die passende Ergänzung. Das Cockpit selbst ist jedoch super detailliert und macht jedes PE-Teil überflüssig. Die Anzeigen werden mit einzelnen Decals beklebt und sind danach von einem Photo Ätz-Teil fast nicht mehr zu unterscheiden.

Der Rumpf liefert dann einige Herausforderungen, gerade für die Unterseite sollte man sich extrem viel Zeit lassen, denn es muss viel angepasst werden. Auf den Einbau der Triebwerke habe ich komplett verzichtet, es hätten ansonsten die Verkleidungen einfach nicht gepasst. Aber auch ohne Triebwerke ist hier die Passgenauigkeit einfach nicht gut, selbst als erfahrener Modellbauer hatte ich hier so meine Schwierigkeiten. Die obere Rumpfhälfte inkl. Tragflächen hingegen kommt aus einem Guss, hier wird man wieder entschädigt. Slats und Flaps lassen sich variabel gestalten, auch die „Elevators“ sind am Ende beweglich (Vorsicht jedoch mit den sehr filigranen Zapfen).

Nachdem ich diese Hürden gemeistert hatte, ging der restliche Zusammenbau relativ problemlos voran. Da ich noch ein paar Tage auf die Eduard-Maskierfolie warten musste, baute ich zuerst Fahrwerk, Raketen und Pylone fertig. GWH spendiert der MiG übrigens ein Set aus 3 verschiedenen Raketentypen, die hervorragend detailliert und teilweise auch mit PE-Teilen versehen werden. Da mir die Farbhinweise für das Fahrwerk und Klappen komisch vorkamen (alles sollte in Gunze H308 lackiert werden), recherchierte ich hier im Netz und wählte die aus meiner Sicht besser passenden Farben aus meinem Regal.

Und nun kam die eigentliche Hürde – die Lackierung. Besser gesagt die Farbtöne. Voll in meinem Element (wer kennt das nicht) lackierte ich nach Bauanleitung gerade drauf los. Den Grau/Grün-Ton für die Oberseite habe ich akribisch nach Anleitung gemischt. Zuerst dachte ich es wäre so in Ordnung und mit Klarlack und Washing würde sich das Ganze noch entsprechend verändern. Am Ende erstrahlte das Modell allerdings in einem sehr hellen Grünton, auch das Grau (lt. Anleitung Gunze H308) war viel zu blaustichig und auch zu dunkel. Was tun fragte ich mich…war ich komplett farbenblind oder unser Anspruch einfach nur zu hoch?

Nun ging die eigentliche Arbeit los. Nach kurzer Abstimmung mit meinem Auftraggeber entschieden wir, dass die MiG so nicht authentisch ist. Auch wenn die Referenzfotos bereits älter und auch nicht sehr aussagefähig wären, ich (oder besser gesagt GWH) lag mit der Farbgebung leider komplett daneben. Ich habe mich aus Qualitätsgründen gegen ein Ablacken und für den Bau eines neuen Modells entschieden. Die falsch lackierte MiG habe ich, da bereits zu 90% fertig, aber trotzdem fertig gebaut.

Natürlich war es uns nun ein Anliegen, den Farbton beim nächsten Mal genau zu treffen. Gemeinsam gelang es uns, mit dem Ammo by Mig Set Nr. 7204 und viel Geduld die richtigen Grau/Grün-Töne zu mischen. FS24277 wurde mit Gunze H303 und H067 abgetönt, FS26373 Silver-Grey wurde mit ca. 20% Weiss aufgehellt. Für die Unterseite gab ich dem Grauton noch etwas H308 hinzu, um einen leichten Blaustich zu erzeugen. Eigenartig das selbst die angeblich originalen Ammo-Mig Farben nicht zu 100% passen. Somit sind wohl selbst die Profis mit den älteren russischen Farbtönen hier überfordert. Fairerweise muss man sagen, dass mir ein Mitarbeiter von „Ammo by Mig“ per Mail-Support einige besser passende Farben genannt hat, am Ende hatten wir es jedoch selbst hinbekommen. Nach einigen Probelackierungen, Austausch per Fotos und einem persönlichen Treffen waren wir der Meinung, die passenden Farbtöne gefunden zu haben.

Erneut traf der Bausatz aus China ein, und es konnte ein zweites Mal losgehen. Dieses Mal sollte es nun aber eine „Late“-Version werden, und zwar die Rote 35. Gesagt getan, der Bau ging ein zweites Mal etwas leichter von der Hand, und das Modell war nach ein paar intensiven Modellbautagen wieder fertig für den Lackiervorgang. Eine Late-Version lässt sich mit dem Bausatz übrigens problemlos realisieren.

Da die Referenzen für die Rote 35 sehr mager aussehen, und auch kein passender Decalbogen verfügbar war, hielt ich mich so gut es ging an das einzige Foto welches wir von der Maschine hatten.  Ich kombinierte diese Vorgabe mit den mir vorliegenden diversen Camouflage Schemen. Die 35er Ziffern am Bug kamen schlussendlich von einer Hobby-Boss MiG-31, die am Heck aus der Restekiste. So musste ich den Begemont-Decalbogen, welchen mir mein „Mitstreiter“ hat zukommen lassen, nicht anrühren.

Fertig lackiert und mit Decals und Washing versehen war die MiG nun einfach nur mehr der „Hammer“. Der Kontrast stimmte, das Weathering war stimmig und die Farbtöne von den Original-Fotos fast nicht mehr zu unterscheiden – der Aufwand hatte sich gelohnt!

Nach Einbau von Fahrwerk, Nozzles, Pylone und Klappen war die MiG fast fertig und konnte mit einem seidenmatten Finish versehen werden. Mein Auftraggeber ist begeistert, und so wird die MiG hoffentlich seine Sammlung bereichern!

J35Ö Draken „1.000.000 flight-hours“ (Eduard, Ltd. Edition, 1:48)

Liebe Modellbau-Freunde!

Für einen Sammler aus Wien durfte ich kürzlich eine J35Ö Saab -Draken bauen. Die passende Eduard Limited Edition hatte ich dazu bereits im Regal. Der Bausatz lässt neben 3 weiteren Varianten auch eine österreichische Version – die Nr. 12 – zum Bau zu. Die Maschine trägt zum Jubiläum von insgesamt 1.000.000 abgeleisteten Flugstunden aller Draken eine entsprechende Sonderbemalung am Heck.

Referenzfotos aus dem Netz waren rasch gefunden, die Auswahl der Farbtöne erforderte allerdings noch etwas Recherche. Mit den Farbangaben aus der Bauanleitung war ich nicht 100% zufrieden, am Ende haben wir uns für die Lackierung der Oberseite mit Gunze H305 und H306 entschieden, die Unterseite habe ich mit Revell 176 vorlackiert, um ihr dann mit 371 hellgrau den eigentlichen Farbton zu geben.

Über den Bausatz selbst gibt es nur Positives zu berichten. Einzig die Klappen musste ich manuell vom Flügel abtrennen, um sie etwas abgesenkt darzustellen – mein Auftraggeber bat mich darum. Eine Messer-Klinge weniger und nach ein paar Schleifarbeiten war das Werk vollbracht, und ich war vom Ergebnis selbst begeistert. Ein paar Nahtstellen wurden noch vorsichtig verspachtelt, schon konnte es mit der Lackierung losgehen. Nach einen Pre-Shading mit Schwarz und Weiß kamen die oben erwähnten Farben zur Anwendung. Nach der Detail-Bemalung erfolgte wie üblich eine Schicht Klarlack. Auf dieser sollten die hervorragend gedruckten Decals besonders gut haften. Revell Decal-Soft passt die Decals den Konturen optimal an.

Nach dem Zusammenbau und Lackieren erfolgte der Anbau von Triebwerk, Fahrwerk, Klappen und Zusatztanks. Gealtert wurde vorwiegend mit Flory Models‘ „Dark Dirt“ und mit Washes von AK-Interactive.

Am Ende entstand ein sehr stimmiger Jet, welcher den Weg bereits nach Wien gefunden hat…möge er die Erinnerung an die österreichischen „Drachen“ noch lange erhalten!

MiG-21 MFN „4175“ Czechoslovak Air Force

Vorwort:

Die MiG-21 – eine Ikone der Luftfahrtgeschichte und legendärer Kampfjet! Eine meiner absoluten Lieblinge, vor allem wenn die MiG zusätzlich noch eine außergewöhnliche Geschichte hat.

So konnte ich nicht „Nein“ sagen, als mich Herr Dr. Roman Sperl über meine Webseite kontaktierte – er bat mich um den Bau der Maschine mit der Kennung „4175“, Version MFN.

Dr. Sperl ist CEO der Fa. Reiser Simulation und Training GmbH, flog bereits selbst den legendären Jet und ist Mitbegründer und Unterstützer des Aviation Museum in Konesin (Tschechien):  Luftfahrtmuseum Konesin

Die Reste der MFN mit der Nr. 4175 befinden sich nach der Ausmusterung aus der tschechischen Luftwaffe in seinem Besitz.

Verwendete Bausätze/Aftermarket-Parts:

Für den Bau verwendete ich die Eduard Weekend Edition Nr. 84128, natürlich in „meinem“ Maßstab 1:48.

Nach kurzer Abstimmung mit meinem Auftraggeber entschieden wir uns zusätzlich für den Verbau eines Eduard Interior Sets (49572) und der Pitot-Tube von Master Model (AM-48-062). Die passende Eduard Mask  sollte mir den Bau etwas erleichtern.

Auf der Suche nach den passenden Decals für die 4175 stoß ich auf das Set von JBR-Decals. Das Set enthält Abziehbilder von 10 Maschinen der tschechischen Luftwaffe, u.a. auch dass der 4175. Dem Set liegt weiter ein informatives Booklet bei, in dem auf die Geschichte der Maschinen in tschechischer und englischer Sprache eingegangen wird. Die dazugehörigen Lackierschemen sind leider nur sehr oberflächlich, eigene Referenz-Fotos sind daher ein Muss!

Baubericht:

Da dies bereits meine vierte MiG-21 aus der Eduard-Reihe sein würde, erwartete ich keine großen Überraschungen. Aus Erfahrung weiß ich, dass die kritischen Stellen der Ansatz der oberen Flügelhälften am Rumpf (möglicher Spalt), die vordere Kabinen-haube und die Räder darstellen, welche leicht nach Innen zeigen können. Der Bausatz ist aber sehr intelligent konstruiert und bietet viele Möglichkeiten.

Der Bau beginnt wie  üblich mit dem Cockpit. Die PE-Teile aus dem Eduard Interieur-Set ergänzen die bereits gut gestalteten Plastik-Teile optimal. Das Cockpit habe ich in Aluminium vorlackiert, um danach mit AK`s Worn Effects und AK`s Cockpit Türkis auch ein paar Abnutzungen im Fußraum und an der Rückwand darstellen zu können. Einige Drähte ergänzen das bereits schon sehr „busy“ Cockpit der MiG…

Nach Einsatz des Kegels, Cockpit und der Haupt-Fahrwerksbucht sowie Zusammenbau des Triebwerks erfolgt der Zusammenbau des Rumpfes.

Ein paar Stellen müssen trotz sorgfältiger Arbeitsweise dennoch gespachtelt werden…das Spachteln gehört für mich zu einer der unbeliebtesten Aufgaben im Modellbau. Ich habe für mich eine eigene Methode entwickelt, um die Schleifarbeiten und somit auch die Nacharbeiten in Grenzen zu halten. Dazu klebe ich die zu spachtelnden Spalte mit Klebeband genau ab. Die Spachtelmasse trage ich mit einem Zahnstocher auf und bilde damit eine schöne Fuge. Zieht man die Klebebänder ab, bleibt so nur noch sehr wenig zu schleifen – eine saubere und zeitsparende Methode!

Ansonsten ist der Bausatz wie gesagt toll konstruiert, viele Naht-stellen bleiben nach dem Assembling verdeckt – so beschränken sich die Nacharbeiten auf ein Minimum! Nach Montage von Rumpf und Flügel ist die MiG fertig für die Lackierbox. Kleinteile werden wie immer erst später angebracht, um sie während des Washings nicht zu beschädigen.

Zur Lackierung: Nach einem Pre-Shading mit Schwarz und Weiß habe ich zuerst mit Gunze H26 die Radarflächen lackiert. Nach dem Abkleben kommt der eigentliche Farbton Gunze H334 zum Einsatz. Die auf den Referenzfotos zu sehenden hellgrauen Nachlack-ierungen habe ich mit Gunze H311 frei Hand gebrusht.

Auf den Referenzfotos ist an der Kielflosse ein anderes Grün zu sehen, dieses habe ich versucht mit AKs „Radome Green“ so gut wie möglich nachzustellen.

Nach einer satten Schicht Klarlack folgen zunächst die Hoheits-zeichen, danach die dunkelgrauen Verfärbungen vorwiegend am Flügel per Pinselstrich. Ob im Original Verschmutzung, Aus-besserungen oder ausgetretene Flüssigkeiten, bleibt für mich unklar.

Nach Anbringen der Tschechischen Hoheitszeichen die unzähligen Wartungshinweise der MiG. Ich habe mich mit Herrn Dr. Sperl geeinigt, die Stencils nur an den Stellen anzubringen, wo der Original-Lack noch vorhanden war. Zusätzlich habe ich jedes Stencil mit den Referenzfotos abgeglichen, um das Vorhandensein (manche schienen mir einfach nur verwittert) so gut wie möglich abzu-gleichen.

Danach wurde das Flugzeug mit „Dark Dirt“ von Flory-Models behandelt sowie sämtliche Kleinteile wie Fahrwerk, Klappen und Außenlasten lackiert, gealtert und montiert. Schwer zugängliche Teile wie Fahrwerk oder die Innenseiten der Klappen altere ich seit kurzem mit den Panel-Liners von AK-Interactive. Die MiG erschien mir nun zwar gealtert, jedoch nicht zu sehr verwittert – so sollte ein Kampfjet aus dieser Epoche aussehen!

Der Schleudersitz ist ein Bausatz für sich und wurde lt. Anleitung lackiert und mit den nötigen Ätzteilen versehen. Das Anbringen der restlichen Klein- und auch Klarteile sowie die Montage der offenen Cockpithaube finalisieren den Bau. Mit der Pitot-Röhre von Master-Model erhält die MiG das letzte Finish!

Fazit: Der Bau der MFN hat mir sehr viel Freude bereitet – ich denke sie wird auch bei meinem Auftraggeber die Erinnerungen an diesen tollen Jet wieder aufleben lassen!

Den Bausatz kann ich generell vorbehaltlos empfehlen, dies war sicher nicht meine letzte MiG-21 aus der Eduard-Reihe! Auch die Aftermarket-Parts bilden eine tolle Ergänzung.

Danke an Herrn Dr. Roman Sperl für die Inspiration und Unter-stützung während des Baus und meinem Cousin Gerald Scheinecker für die professionellen Galerie-Fotos (http://www.gerald-scheinecker.com)!

Und ein herzliches Dankeschön an das Team von Kitchecker.com, welches meinen Baubericht inkl. eines kleinen Interviews mit Dr. Roman Sperl in seiner Juni-Ausgabe veröffentlicht hat:

http://kitchecker.com/modelle_3/mig-21mfn4175_christian_ristits.htm

F-4F Phantom II – Last „Phlight“ 38+10 (Revell, 1:32)

Für einen Phantom-Fan aus Deutschland habe ich eine Phantom im Maßstab 1:32 nachgebaut! Die Maschine 38+10 wurde vor seiner Überführung ins Museum noch einmal aufbereitet, und sollte auch im Modell den Original-Bildern möglichst nahe kommen.

Basis war ein Bausatz von Revell, für das Norm 72 Schema verwendete ich Decals und Stencils von Air Doc. Auf Wunsch des Auftraggebers hin sollte die Phantom ohne weitere After-Market Ergänzungen auskommen.

Der Bau selbst verlief ohne Probleme, einzig die Farbwahl war etwas schwierig. Erst beim zweiten Anlauf klappte die Lackierung, und es entstand am Ende eine sehr ansprechende und vor allem gewaltige Maschine.

http://www.bavariantigers.com/2013/07/11/the-last-flight-of-an-legend-the-f4-f-phantom-38-10-back-home-to-fw74/

Fotos der Baufortschritte: