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Baubericht – EA-18G Growler – Hasegawa/Eduard 1:48

Vorwort: Nachdem ich auf N24 eine tolle Dokumentation über die Boing EA-18G „Growler“ gesehen hatte sollte dies mein nächstes Projekt werden. Die „Growler“ ist eine Variante der „Super-Hornet“ und wird vorwiegend für die elektronische Kriegsführung,  zB. das Stören feindlicher Radaranlagen sowie deren Vernichtung mit „HARM“-Flugkörpern (High Speed Anti-Radar Missile), eingesetzt. Der Rest der Flotte kann danach relativ gefahrlos zum Ziel vordringen und Ihren eigentlichen Einsatz ausführen.

Passend hatte ich einen Bausatz einer EA-18G von Hasegawa in meinem Regal. Ein Eduard PE-Set für die Schleudersitze und das Interieur sowie Aires Nozzles sollten das Modell entsprechend verfeinern. Als Variante entschied ich mich für die anhand des Bausatz darstellbare Maschine mit der Nr. 550 der „Vikings“ – VAQ-129. Diese Einheit wurde als erste mit der „Growler“ ausgestattet. Auch die Bemalung mit den roten Leitwerken gefiel mir sehr gut und sollte dem Modell zusätzlich an Attraktivität bescheren.

Zum Bau: Begonnen wird der Bau lt. Anleitung wie üblich mit dem Cockpit. Die Eduard PE-Teile ergänzen den Bausatz perfekt. Etwas schwieriger gestaltete sich der Zusammenbau des Rumpfes. Ob es am Bausatz lag oder an meinen Fähigkeiten, mit ein paar Nahtstellen musste ich leben. Diese habe ich im Nachgang aber ordentlich verspachtelt und nachgearbeitet.

Ein Eduard Maskier-Set erleichterte mir das Abkleben des zweisitzigen Jets. Leider weißt das Canopy eine Trennlinie auf, diese habe ich aber so belassen. Nach einem Pre-Shading mit Schwarz, Weiss und Blau erfolgte die Lackierung mit Gunze H308 und H307.

Die roten Leitwerke wurden mit Gunze H327 entsprechend lackiert. Nach weiteren Farbdetails folgte danach wie üblich eine Schicht Klarlack, um die Decals ohne Silvering anbringen zu können.

Mit den Decals hatte ich einige Probleme, hier bin ich wohl von den vorigen Bausätzen und oftmals eingesetzten Cartograf-Decals sehr verwöhnt. Die Hasegawa Decals rissen relativ rasch ein, gerade am Leitwerk ist mir dies ein paar Mal passiert. Schade auch, dass die Position des „Hundes“ vorne links falsch angegeben ist, dies habe ich leider zu spät bemerkt, eine Korrektur war leider nicht mehr möglich. Alles in Allem eine sehr heikle Angelegenheit.

Die Maschine wollte ich auch lt. den Referenzfotos nicht zu stark verwittert zeigen, aber etwas „Charakter“ musste schon sein. Deshalb habe ich das Modell mit Flory-Models „grey“ bearbeitet. Schwierige Bauteile wie die Fahrwerksbuchten oder das Fahrwerk selbst altere ich mit AK-Interactive Produkten.

Die Leitwerke, Höhenruder (diese sind beweglich gehalten)  und Klappen (wollte ich in ausgefahrenen Zustand zeigen) habe ich übrigens separat vom Rumpf bearbeitet. Somit kann man bis zum Ende noch sauber arbeiten.

Ein Bausatz im Bausatz stellt für mich das Fahrwerk dar, dieses habe ich nochmals mit etwas Draht verfeinert. Die Stabilität ist großartig und bei so einem schweren Modell auch notwendig.  Ebenso verfeinert habe ich das Innenleben des Canopy, hier kamen viele PE-Teile sowie einiges an Draht zum Einsatz. Das Canopy wollte ich übrigens geschlossen halten, um die schöne Linie des Zwei-Sitzers nicht zu stören.

Zuletzt folgten die Außenlasten. Ich entschied mich für die AN/ALQ Störbehälter (Low- und High-Band) sowie die beiden externen Zusatztanks. Raketen wollte ich nicht zeigen, da meiner Meinung nach der Gesamteindruck bzw. der Realitätsgrad der Modelle darunter leidet (man möge mir diese Aussage verzeihen). Die beiden Radar-Empfänger an den Spitzen der Flügel sind obligatorisch.

Eine Schicht Seidenmatt-Klarlack versiegelte das Modell. Die Schubdüsen wollte ich ganz zum Schluss montieren. Dazu hatte ich mir wie oben erwähnt das passende Set von Aires bestellt (Open Nozzles). Leider habe ich relativ rasch festgestellt, dass die Einbau-Länge nicht zum Bausatz passt – die Querverstrebung der Höhenruder seht im Weg. Auch der Einbau des Kanals kann nachträglich nicht mehr durchgeführt werden, dieser ist schlichtweg zu dick. Hier blieb mir leider nichts anders übrig, als nun doch auf die Teile der Box zurückzugreifen. Wenigstens konnte ich die Aires-Nozzles montieren, welche das Modell auf jeden Fall bereichern – und wer sieht schon so genau in den Triebwerksauslass eines 1:48 Modells…es sei denn er ist Preisrichter 😉

Fazit: Trotz eines (für mich) relativ anspruchsvollen Bausatzes entstand am Ende ein meiner Meinung nach sehr schönes Modell. Die „Growler“ sieht man nicht alle Tage und gerade mit den Zubehör-Sets ist der Bausatz für den erfahrenen Modellbauer zu empfehlen. Mit knapp 50 EUR Kaufpreis (gekauft in einem Modellbaushop in der Altstadt von Caorle) ist dieser auch vernünftig angesetzt.

 

MiG-21 MFN „4175“ Czechoslovak Air Force

Vorwort:

Die MiG-21 – eine Ikone der Luftfahrtgeschichte und legendärer Kampfjet! Eine meiner absoluten Lieblinge, vor allem wenn die MiG zusätzlich noch eine außergewöhnliche Geschichte hat.

So konnte ich nicht „Nein“ sagen, als mich Herr Dr. Roman Sperl über meine Webseite kontaktierte – er bat mich um den Bau der Maschine mit der Kennung „4175“, Version MFN.

Dr. Sperl ist CEO der Fa. Reiser Simulation und Training GmbH, flog bereits selbst den legendären Jet und ist Mitbegründer und Unterstützer des Aviation Museum in Konesin (Tschechien):  Luftfahrtmuseum Konesin

Die Reste der MFN mit der Nr. 4175 befinden sich nach der Ausmusterung aus der tschechischen Luftwaffe in seinem Besitz.

Verwendete Bausätze/Aftermarket-Parts:

Für den Bau verwendete ich die Eduard Weekend Edition Nr. 84128, natürlich in „meinem“ Maßstab 1:48.

Nach kurzer Abstimmung mit meinem Auftraggeber entschieden wir uns zusätzlich für den Verbau eines Eduard Interior Sets (49572) und der Pitot-Tube von Master Model (AM-48-062). Die passende Eduard Mask  sollte mir den Bau etwas erleichtern.

Auf der Suche nach den passenden Decals für die 4175 stoß ich auf das Set von JBR-Decals. Das Set enthält Abziehbilder von 10 Maschinen der tschechischen Luftwaffe, u.a. auch dass der 4175. Dem Set liegt weiter ein informatives Booklet bei, in dem auf die Geschichte der Maschinen in tschechischer und englischer Sprache eingegangen wird. Die dazugehörigen Lackierschemen sind leider nur sehr oberflächlich, eigene Referenz-Fotos sind daher ein Muss!

Baubericht:

Da dies bereits meine vierte MiG-21 aus der Eduard-Reihe sein würde, erwartete ich keine großen Überraschungen. Aus Erfahrung weiß ich, dass die kritischen Stellen der Ansatz der oberen Flügelhälften am Rumpf (möglicher Spalt), die vordere Kabinen-haube und die Räder darstellen, welche leicht nach Innen zeigen können. Der Bausatz ist aber sehr intelligent konstruiert und bietet viele Möglichkeiten.

Der Bau beginnt wie  üblich mit dem Cockpit. Die PE-Teile aus dem Eduard Interieur-Set ergänzen die bereits gut gestalteten Plastik-Teile optimal. Das Cockpit habe ich in Aluminium vorlackiert, um danach mit AK`s Worn Effects und AK`s Cockpit Türkis auch ein paar Abnutzungen im Fußraum und an der Rückwand darstellen zu können. Einige Drähte ergänzen das bereits schon sehr „busy“ Cockpit der MiG…

Nach Einsatz des Kegels, Cockpit und der Haupt-Fahrwerksbucht sowie Zusammenbau des Triebwerks erfolgt der Zusammenbau des Rumpfes.

Ein paar Stellen müssen trotz sorgfältiger Arbeitsweise dennoch gespachtelt werden…das Spachteln gehört für mich zu einer der unbeliebtesten Aufgaben im Modellbau. Ich habe für mich eine eigene Methode entwickelt, um die Schleifarbeiten und somit auch die Nacharbeiten in Grenzen zu halten. Dazu klebe ich die zu spachtelnden Spalte mit Klebeband genau ab. Die Spachtelmasse trage ich mit einem Zahnstocher auf und bilde damit eine schöne Fuge. Zieht man die Klebebänder ab, bleibt so nur noch sehr wenig zu schleifen – eine saubere und zeitsparende Methode!

Ansonsten ist der Bausatz wie gesagt toll konstruiert, viele Naht-stellen bleiben nach dem Assembling verdeckt – so beschränken sich die Nacharbeiten auf ein Minimum! Nach Montage von Rumpf und Flügel ist die MiG fertig für die Lackierbox. Kleinteile werden wie immer erst später angebracht, um sie während des Washings nicht zu beschädigen.

Zur Lackierung: Nach einem Pre-Shading mit Schwarz und Weiß habe ich zuerst mit Gunze H26 die Radarflächen lackiert. Nach dem Abkleben kommt der eigentliche Farbton Gunze H334 zum Einsatz. Die auf den Referenzfotos zu sehenden hellgrauen Nachlack-ierungen habe ich mit Gunze H311 frei Hand gebrusht.

Auf den Referenzfotos ist an der Kielflosse ein anderes Grün zu sehen, dieses habe ich versucht mit AKs „Radome Green“ so gut wie möglich nachzustellen.

Nach einer satten Schicht Klarlack folgen zunächst die Hoheits-zeichen, danach die dunkelgrauen Verfärbungen vorwiegend am Flügel per Pinselstrich. Ob im Original Verschmutzung, Aus-besserungen oder ausgetretene Flüssigkeiten, bleibt für mich unklar.

Nach Anbringen der Tschechischen Hoheitszeichen die unzähligen Wartungshinweise der MiG. Ich habe mich mit Herrn Dr. Sperl geeinigt, die Stencils nur an den Stellen anzubringen, wo der Original-Lack noch vorhanden war. Zusätzlich habe ich jedes Stencil mit den Referenzfotos abgeglichen, um das Vorhandensein (manche schienen mir einfach nur verwittert) so gut wie möglich abzu-gleichen.

Danach wurde das Flugzeug mit „Dark Dirt“ von Flory-Models behandelt sowie sämtliche Kleinteile wie Fahrwerk, Klappen und Außenlasten lackiert, gealtert und montiert. Schwer zugängliche Teile wie Fahrwerk oder die Innenseiten der Klappen altere ich seit kurzem mit den Panel-Liners von AK-Interactive. Die MiG erschien mir nun zwar gealtert, jedoch nicht zu sehr verwittert – so sollte ein Kampfjet aus dieser Epoche aussehen!

Der Schleudersitz ist ein Bausatz für sich und wurde lt. Anleitung lackiert und mit den nötigen Ätzteilen versehen. Das Anbringen der restlichen Klein- und auch Klarteile sowie die Montage der offenen Cockpithaube finalisieren den Bau. Mit der Pitot-Röhre von Master-Model erhält die MiG das letzte Finish!

Fazit: Der Bau der MFN hat mir sehr viel Freude bereitet – ich denke sie wird auch bei meinem Auftraggeber die Erinnerungen an diesen tollen Jet wieder aufleben lassen!

Den Bausatz kann ich generell vorbehaltlos empfehlen, dies war sicher nicht meine letzte MiG-21 aus der Eduard-Reihe! Auch die Aftermarket-Parts bilden eine tolle Ergänzung.

Danke an Herrn Dr. Roman Sperl für die Inspiration und Unter-stützung während des Baus und meinem Cousin Gerald Scheinecker für die professionellen Galerie-Fotos (http://www.gerald-scheinecker.com)!

Und ein herzliches Dankeschön an das Team von Kitchecker.com, welches meinen Baubericht inkl. eines kleinen Interviews mit Dr. Roman Sperl in seiner Juni-Ausgabe veröffentlicht hat:

http://kitchecker.com/modelle_3/mig-21mfn4175_christian_ristits.htm

Sepecat Jaguar A – French Air Force, Provence St. Dizier, 1994 (Kitty-Hawk, 1:48)

Die „Sepecat“ Jaguar entstand aus einem Gemeinschaftsprojekt von Frankreich und Großbritannien. Beide Länder benötigten ein Angriffsflugzeug bzw. Jagdbomber als Nachfolge älterer Muster.

Die Jaguar hat mich aufgrund Ihres „martialischen“ Auftritts schon immer fasziniert. Zwillingsräder am Hauptfahrwerk, am Heck eine gewisse Ähnlichkeit zur F-4 Phantom sowie die Seltenheit, in der man diesen Jet im kleinen Maßstab bestaunen kann, machten die Jaguar für mich interessant.

Ich entschied mich für den relativ neuen Bausatz von Kitty-Hawk (KH80104) derJaguar A aus dem Jahr 2012. Der Stülp-Karton kommt prall gefüllt mit Plastik, Ätzteilen, Bauanleitung und Decal-Sheet. Auf Aftermarket-Teile habe ich komplett verzichtet, da hier eine zusätzliche Investition aus meiner Sicht nicht wirklich notwendig ist. Möchte man das Canopy offen darstellen, lohnt maximal der Kauf eines Resin-Schleudersitzes.

Der Bau war dieses Mal leider von einigen Tücken geprägt – oft hörte man mich aus dem Modellbau-Zimmer fluchen 😉 So zum Beispiel bereits beim Einsetzen der vorderen Fahrwerksgondel und Cockpit, hier ist höchste Genauigkeit gefragt. Auch die vielen Klarsicht-Teile, welche vorab am vorderen Rumpf von Ihnen angebracht werden sollten, passen nicht in die vorgesehenen Öffnungen.

Der vordere Rumpf wird mit dem hinteren Rumpf am Ende der Bauanleitung „verheiratet“, dies ging allerdings problemloser vonstatten als ich dachte. Kniffelig waren aber noch einmal die Lufteinlässe, es ist mir unverständlich wie man solche Teile im Jahr 2012 so ungenau fertigen konnte. Schwierig war auch der Einsatz der beiden Hauptfahrwerks-Gondeln, viel Geduld und ein Trocken-Fitting sind hier ein Muss! Die Bauanleitung führt den Bastler bei den beiden MGs in die Irre, hier wurden die Bauteil-Nummern vertauscht.

Nun aber zum Positiven:

Die Jaguar von Kitty Hawk lässt viele Optionen zur Darstellung diverser Innenleben offen. Ich entschied mich für das Zeigen der vorderen Avionik, des linken MGs sowie der linken Triebwerks- gondel. Möchte man so wie ich auch  das Triebwerk zeigen, lohnt hier durchaus etwas „Eigenregie“. So habe ich das im Original keinesfalls cleane Triebwerk akribisch nach Referenzfotos mit Draht, Kabeln und Teilen aus der Restekiste detailliert. Auch die Triebwerks-Abdeckung musste verfeinert werden, hierzu habe ich die Innenseite mit Segelstoff (gibt die nötige Struktur) ausgekleidet und ebenfalls mit viel Draht mehr Detail geschaffen. Natürlich wurde auch das Fahrwerk mit Bremsleitungen und dgl. verfeinert.

Die beiden vorderen Avionik-Klappen wurden an der Innenseite mit Ätzteilen aus der Restekiste beklebt, um so genau wie möglich dem Original zu entsprechen. Ich wollte auch die Luftkanäle und Kabelverbindungen zum Rumpf möglichst exakt wiedergeben.

Als Lackier-Schema entschied ich mich für die französische „7-HN“, da mich der Wüsten-Tarnanstrich besonders ansprach. Die Lackier-Anleitung von Kitty-Hawk ist leider nicht ausreichend, so fehlte in meiner Anleitung  die Illustration der linken Flugzeug-Seite (Camouflage!), auch die Unterseite ist nicht angegeben (Sollte dies jemand von KH lesen – BITTE DRINGEND NACHBESSERN!).

So musste ich viel im Internet recherchieren, um  die meiner Meinung nach passende Lackierung nachstellen zu können. Am linken vorderen Rumpf ist eine hellgraue Stelle angegeben, nach genauerer Recherche habe ich diese entgegen der Anleitung mit aufgehellter Gunze H321 lackiert. Die Farbtöne selbst bestehen aus Gunze H72 und H321, die Unterseite aus AK-Xtreme Aluminium.

Nach einer Schicht Klarlack und Anbringen der sauber gedruckten Decals habe ich die sehr gut gehaltenen Gravuren des Bausatzes mit einem „Black-Washing“ von Flory Models nochmals zur Geltung gebracht.

Bei einem Fotoshooting mit meinem Cousin haben wir das fertige Modell in Szene gesetzt.

Fazit: Ich empfehle den Bausatz für den erfahrenen Modellbauer mit sehr guten Nerven, denn am Ende wird man  für seine Mühen ausreichend belohnt und kann ein ansprechendes und hoch detailliertes Modell der Sepecat Jaguar A sein Eigen nennen!

Baubericht – Eduard`s MiG-21MF Slovakian Airforce „7803“

Liebe Modellbaufreunde,

nach längerer Zeit möchte ich euch hier auf der „Werkbank“ wieder einmal ein  außergewöhnliches Projekt vorstellen!

Basis ist eine Limited Edition von Eduard, welche sage und schreibe eine von 39 (!) Versionen der MiG-21 MF im tschechoslowakischen oder Nachfolge-Dienst zum Bau zulässt. Der Bausatz kommt in der gewohnten Qualität, besitzt meiner Meinung nach aufgrund des nun doch schon fortgeschrittenen Alters bereits ein paar kleinere Schwächen. Dennoch lässt er wenig Wünsche offen und bietet eine solide Basis für die von Eduard ständig aktualisierten Versionen der 21er (hier im Baulos MF – 96F).

Ergänzt werden die Plastik-Äste durch zwei Ätzteilesets und Resinteile (leider nur für die UB-16 Raketenbehälter, hier wären für mich persönlich Räder oder ein Schleudersitz nützlicher). Neben dem riesigen Decal-Sheet liegt auch ein mehr als 100-Seiten starkes Buch der MiG-21MF im CZ-Einsatz bei – mit ich denke sämtlichen CZ-Versionen seit Beginn an. Leider ist der Text auf tschechisch, Eduard stellt jedoch ergänzend einen englischen Text als Download zur Verfügung. Die Bilder und Grafiken im Buch sprechen für sich und bieten sehr viel Inspiration.

(Photos www.eduard.com)

Nun zu meinem Projekt: anhand der vielen darstellbaren Versionen ist mir die Wahl nicht leicht gefallen – schließlich ist dies auch nicht meine erste 21er. Da ich mich seit Längerem bereits mit dem Thema „Chipping“ befassen wollte, habe ich mich für die Maschine „7803“, stationiert in Sliac und dargestellt im Jahr 1995 (bereits mit den neuen slowakischen Hoheitszeichen), entschieden.

Grafik: Eduard

Hier sieht man die Maschine bereits sehr stark verwittert bzw. mit teilweisen Verlust des Tarnanstriches. Lt. Beschreibung war dies eine der ersten Maschinen mit dem damals neu lackierten „Tarnkleid“. Beim Lackieren wurde wohl fehlerhaft gearbeitet, wobei sich der Lack im Laufe der Jahre verabschiedete. Die Hoheitszeichen der Slowakei wurden nach Trennung mit Tschechien aktualisiert und wirken entsprechend neuwertig. Nun war diese Art von Lackierung und Technik als Wiedergabe im Modell für mich vor einiger Zeit noch undenkbar, heute jedoch schien sie mir machbar (über das Ergebnis war ich dann doch selbst erstaunt).

Zum Bau selbst: Die „Zigarre“ war für mich als geübten Modellbauer relativ rasch zusammengebaut, Rumpf und Flügel passen problemlos zueinander. Einige wenige Bereiche erfordern den Einsatz von etwas Spachtel. Etwas mehr Aufwand habe ich in das Cockpit investiert, hier dienen Drähte und Kabel als zusätzliche Detailgeber. Für die spezifischen  „russischen“ Farbtöne habe ich zum ersten Mal Acrylics von AK-Interactive verwendet (Soviet Colours) – von dieser Firma stammen dann später auch die Metall-Farben (Xtreme-Metal) sowie die Chipping-Fluids.

Hier ist die Maschine bereits zusammengebaut zu sehen. Lackiert habe ich als „Untergrund“ ein „NFM“ (Natural-Metal-Finish), also ein naturgetreues Aluminium-Kleid. Dieses habe ich mit den Xtreme-Metal Farben von AK-Interactive – Aluminium, Dark-Aluminium, White-Aluminium, Steel und Titanium gestaltet. Vor-grundiert wurde wie bei mir üblich nicht.

Nun zum eigentlichen Thema, dem „Chipping“. Hier gibt es natürlich verschiedene Techniken, früher mit der Haarspray-Technik, aber auch mit diversen Mitteln, welche die Modellbau-Industrie zur Verfügung stellt.

Ich habe mich zum Test von drei verschiedenen Lösungen von AK entschieden: „Worn-Effects“, „Heavy-Chipping“ und „Washable-Agent“. Alle drei funktionieren im Prinzip ähnlich, durch eine zusätzliche Schicht zwischen Untergrund und Decklack lässt sich dieser mit Wasser anlösen. Der Decklack „bricht“ dadurch auf bzw. lässt sich dann mit Pinsel oder anderen Werkzeugen bearbeiten. Einzig den Washable Agent gibt man direkt in den Lack, um diesen danach wasserlöslich zu halten. Dieser hat mich allerdings wenig überzeugt, der Revell-Lack wurde durch die Zugabe wie eine Art Pudding.

Die sehr ansprechend gestalteten Tech-Sheets mit Anleitung gibt es auf der Homepage von AK-Interactive zum Download.

Um die für meine Maschine geeignetste Variante herauszufinden, habe ich nun drei Versuche gestartet. Von links nach rechts habe ich mit Zahnstocher und dann immer größer werdenden Borsten-Pinseln gearbeitet:

Für meinen Zweck schien mir die „Worn-Effects“ Lösung am Besten geeignet, also war ich gespannt wie der Effekt am Flugzeug aussieht.

Zuerst wollte ich die Unterseite gestalten. Also das NFM mit „Worn-Effects“ via Airbrush versiegeln (Vorsicht mit der Dosierung, das Zeug ist im Gegensatz zum Lack wirklich flüssig und verläuft sofort), nach dem Trocknen eine Schicht Gunze H417 Light Blue. Mit verschiedenen Borsten-Pinseln und Wasser habe ich danach versucht, die Unterseite zu bearbeiten, und mich dabei möglichst genau an die Anleitung zu halten:

Das Ergebnis hat mich überzeugt, also konnte ich es kaum erwarten mit der Oberseite anzufangen. Zuerst die Flügel, dann schrittweise der Rumpf. Lackiert habe ich mit Gunze H37 Wood-Brown und H420 Olive-Green, natürlich frei-Hand mit Airbrush.

Ich habe den Vorgang in mehrere Abschnitte unterteilt, sollte etwas schiefgehen würde sich ein Fehler leichter ausbessern lassen. Mit viel Geduld und Geschick ist es mir gelungen, den Tarnanstrich so zu bearbeiten, um den Original-Bildern aus Buch und Anleitung möglichst nahe zu kommen, man kann das hier gut erkennen:

Ich war vom Ergebnis und von der Technik begeistert, die MiG würde ein richtiger „Show-Stopper“ werden 😉

Nach Fertigstellung des Finish folgte wie gewohnt eine Schicht Revell-Klarlack, danach die Hoheitszeichen und einige Stencils. Die Wartungshinweise (Stencils) habe ich nur an jenen Stellen aufgebracht, an denen der Tarnanstrich noch vorhanden ist, was mir logisch erschien. Nach den Decals folgte ein Washing von Flory-Models aus „Grey“ (Unterseite) und „Dark-Dirt“ (Oberseite).

Danach folgte wie bei mir üblich der Zusammenbau von Fahrwerk, Räder und Klappen, teilweise lackiere ich diese noch am Ast, teilweise als zusammengebaut. Zuletzt noch die restlichen Anbauteile wie Antennen und dgl. und eine Schicht Klarlack Seidenmatt. Den Schleudersitz baue ich gegen Ende, das ist schon Routine.  Ein paar Ätzteile noch angeklebt, ein paar Kabel und Drähte ergänzt, schon ist sie fertig!

Am Ende ist meiner Meinung nach ein sehr schönes Modell entstanden, welches man nicht jeden Tag sieht und ich so noch nicht gebaut habe – mehr Fotos gibts in der Galerie unter Fertige Modelle!

Update: Herzlichen Dank an das Kitchecker Team für die Veröffentlichung meines Berichts: Kitchecker.com – MiG-21 MF

„Two Iconics“ – F-104 Starfighter and Bell-X1 „Machbuster“ oder: „The Right Stuff“!

Zwei Ikonen der Luftfahrt-Geschichte…eine kleine Bau-Beschreibung findet ihr unterhalb der Galerie.

Inspiriert durch die außergewöhnlichen 50er und 60er Jahre Jets sowie einen Bericht über General Charles „Chuck“ Yeager, der mit seiner Bell X-1 als erster Mensch die Schallmauer durchbrach, wollte ich diese Faszination auch im Modell wiedergeben. Passend dazu hatte ich im Regal noch eine Eduard Ltd. Edition „Bundesfighter“ vorrätig. Ebenfalls zum Thema brachte Eduard Ende 2016 auch noch eine Neuauflage der Bell-X1 „Machbuster“ auf den Markt.

Als erstes Projekt nahm ich mir die F-104 vor. Die Maschine mit der Serien-Nr. 13269 diente unter anderem auch für Testflüge im Mercury-Programm und war „Darsteller“ im Film „The Right Stuff“, der von Testpiloten rund um die Edwards AFB handelt.

Der Bausatz selbst ist einer meiner Lieblinge, die Plastikteile von Hasegawa passen einfach perfekt zueinander. Die Eduard PE-Teile und der beiliegende Resin-Sitz aus der Limited Edition ergänzen den Bausatz perfekt!

Als Referenz der 13269 diente mir ein altes Farbfoto aus dem Netz, welche die Maschine im Flug zeigt. Die Aluminium-Haut scheint hier schon etwas mitgenommen, und genau so sollte sie aussehen…

Für das Metall-Kleid verwendete ich Farben der Xtreme-Metal-Serie von AK-Interactive. Vorgrundiert habe ich dieses Mal mit AKs Black Primer, danach eine Schicht Aluminium. Vorsicht – die Farben benötigen eine etwas längere Trockenzeit, man sollte vor dem Abkleben wirklich etwas warten. Die verschiedenen Metall-Verfärbungen habe ich dann mit den Farbtönen White-Aluminium, Dark-Aluminium, Titanium, Steel, Chrome sowie Burnt-Metal dargestellt. Besonders bei der Triebwerk-Sektion war ich mir anhand der vielen unterschiedlichen Fotos im Netz nicht sicher, wie das Original gefärbt war, hoffe aber dieses möglichst authentisch getroffen zu haben.

Nase und Flügel-Unterseite habe ich mit Revell Gelb-oliv und hellgrau lackiert, die Flügel-Oberseite lt. Lackierschema in Weiß.

Wie bei mir üblich folgten danach zwei Schichten Klarlack. Die Decals kommen in hervorragender Qualität und lassen sich mit Weichmacher perfekt an die Konturen anpassen. Ein Washing mit Flory Models „Dark Dirt“ verleiht noch die nötige Tiefe.

Der Zusammenbau der restlichen Bauteile wie Sitz, Fahrwerk und Canopy ging problemlos vonstatten, das Cockpit hatte ich vorab noch mit etwas Draht detailliert. Auf Außenlasten sowie die beiden Flügel-Tanks habe ich dieses Mal verzichtet. Nichts sollte die schöne Silhouette der Starfighter stören. Eine letzte Schicht Klarlack versiegelte das Kunstwerk.

Mindestens ebenso viel Spaß bereitete mir der Bau der Bell X-1- eine außergewöhnliche Maschine. Eduard stellt mit einem äußerst günstigen Bausatz (um die 25 EUR) eine tolle Basis für den Bau dieser Legende zur Verfügung.

Der Bausatz besteht aus 2 Spritzlingsästen + Klarsichtteile sowie eine PE-Schablone, Abdeckmasken und Resin-Räder.

Entschieden habe ich mich für die Maschine mit der Nr. 6062 „Glamorous Glennis“. Mit dieser wurde die Schallmauer zum ersten Mal durchbrochen. Zu diesem Zweck wurde sie am 14. Oktober 1947 von einer B-29 in ca. 7.000 m Höhe ausgeklinkt. Chuck Yeager erreichte kurz darauf per Raketenantrieb Mach 1,06 (ca. 1.100 km/h, Quelle Wikipedia).

Als Referenz-Fotos dienten mir einige Bilder aus dem Netz, welche die Maschine restauriert im Smithsonean-Museum zeigen. Besonders das Cockpit hatte es mir angetan, da dieses meiner Meinung nach das Highlight darstellt.

Entgegen der Anleitung habe ich das Cockpit mit Revell Bronzegrün lackiert – davor folgte eine Schicht AK-Aluminium sowie eine Zwischenschicht von AKs „Worn Effects“ – so konnte ich die leichten Abnutzungen im Cockpit darstellen. Das Cockpit habe ich mit den PE-Teilen aus dem Kit sowie einigen Drähten und Kabeln verfeinert – durch die offene Luke (welche übrigens von außen versperrt wurde!) kann man somit einen Blick in den sehr engen und vor allem gefährlichen Arbeitsplatz des Piloten werfen.

Der Rest des kleinen Überschall-Jets war rasch zusammengebaut und ging problemlos vonstatten. Bei den Flügeln benötigt man Fingerspitzengefühl und Geduld, da diese dazu neigen nach unten zu hängen. Auch das Fahrwerk gestaltete sich etwas fummelig. Lackiert habe ich den Jet mit Revell Orange Nr. 36130. Beim Anbringen der Decals habe ich mich nicht zu 100% an die Bauanleitung gehalten. Da ich kein „Nietenzähler“ bin, möge man mir dies verzeihen.

Die Bell X-1 stellt die perfekte Ergänzung zur späteren F-104 dar, der Bau des legendären und geschichtsträchtigen Duos hat mir sehr viel Freude bereitet! Die beiden wurden von meinem Cousin Foto-technisch noch perfekt in Szene gesetzt und stellen seither eine Bereicherung in meiner Vitrine dar…

Happy Modelling!

Euer Christian