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Su-33 Flanker „Blue 79“ (Kinetic, 1:48)

Liebe Modellbaufreunde!

Für einen Sammler aus Deutschland durfte ich kürzlich eine Su-33 Navy-Flanker bauen. Neben dem Basis-Bausatz von Kinetic sendete mir mein Auftraggeber einige Zubehörteile – einen Su-27 Piloten von Aerobonus, das passende Eduard PE-Set „Interior“,einen Begemont Decalbogen sowie eine Pitot-Röhre von Master-Model. Eine passende Einstiegsleiter besorgte ich selbst über das Internet.

Mein Kunde wollte die Maschine mit fast allen verfügbaren Optionen zeigen: Fanghaken Down, Canopy offen, Flügel geklappt, Flaps und Tankfüllstutzen ausgefahren, Heckkonus und Bremsklappe offen, uvm. Der Gedanke dabei  war – der Pilot testet gerade die Systeme durch – etwas Fantasie darf natürlich auch beim Modellbau nicht fehlen!

Gesagt getan, nach einiger Zeit an Abstimmung konnte es losgehen. Der Bausatz war von Anfang an ein Traum. Einziger Mangel – die Bauanleitung. Ich denke diese wurde bei neueren Kits ausgetauscht, ich hielt allerdings noch eine der ersten Prototyp-Instruktionen (?) in Händen. Nach etwas Recherche konnte ich mir aber eine aktualisierte Version aus dem Netz downloaden. Im Übrigen mangelte es generell an vernünftigen Referenzfotos der 79er, dazu aber später.

Wie gesagt, am Bausatz gibt es nichts zu meckern. Feine Details und Gravuren, sehr gute Passformen und scheinbar unendliche Optionen – dieser Bausatz ist, abgesehen von der mangelhaften Anleitung, jeden Cent wert!

Los ging es wie üblich mit dem Cockpit. Die passende Farbe dazu hatte ich rasch gefunden. Ein paar Referenzfotos zeigten das Cockpit nicht im bekannten kräftigen russischen Cockpit-Türkis, sondern in einer abgeschwächteren Form. Ich benutzte Gunze H067 und tönte das RLM 65 mit etwas blau ab. Die Eduard Ätzteile werten das Interieur auf jeden Fall auf. Der Pilot erhielt einen orange-farbenen Overall,  wie auf ein paar Referenzfotos ersichtlich.

Der Zusammenbau von Rumpf und Fahrwerksbuchten ging ohne Probleme vonstatten. Natürlich sollte man sich genau überlegen, welche Lackierschritte man vor dem jeweiligen Zusammenbau durchführt. So ist es zB. ratsam, das Innere der „Intakes“ vorab in grau zu lackieren, um den Übergang zur Rumpf-Farbe noch vor Zusammenbau scharf abzukleben.

Überhaupt habe ich dieses Mal, eher untypisch, sämtliche Anbauteile fast zur Gänze separat lackiert und fertiggestellt. Anders wäre es bei diesem komplexen Bausatz und den vielen Optionen nicht möglich gewesen.

Die Schubdüsen erhielten nach einem Pre-Shading einen Farbanstrich mit AKs Xtreme Metal Colours. Eine Herausforderung, welche mir aber denke ich ganz gut gelungen ist.

Die Camouflage Lackierung hatte hingegen so Ihre Tücken…

Zuerst galt es die passenden Farbtöne zu finden. Mein Auftraggeber wollte die Maschine im eher dunkleren Anstrich zeigen. Die blaue 79 trägt nebenbei noch das Hellere der beiden Blautöne an der Unterseite (viele Maschinen tragen „unten“ ein leicht grünliches grau). Ich recherchierte hier sehr viel im Netz, um einen Überblick über Farbtöne und diverse Farbtonschemen zu erhalten.

Die Abbildung im Begemont-Bogen (Nr. 10) deckte sich zu 90% mit den dürftigen Referenzfotos aus dem Netz sowie einigen Grafiken. So konnte ich am Ende ziemlich sicher sein, die passende Lackierung gefunden zu haben.

Als Basis für die Farbtöne sollten mir die des Su-33 Set von Ammo by Mig (7208) dienen. Um sicher zu gehen, machte ich nun einige Lackierversuche, alternativ dazu mit Revell und Gunze-Farben. 100% zufrieden war ich mit dem Ergebnis der Ammo-MiG Farbtöne nicht. Ich tönte das meiner Meinung zu helle Dunkelblau (FS-15102) mit Gunze H025 ab, auch das Hellblau FS-35260 war mir zu „strahlend“, daher mischte ich etwas grau dazu.

Die Ammo Mig Farben lassen sich übrigens problemlos mit Gunze Acrylfarben mischen. Beim Grau griff ich schlussendlich auf Gunze H307 zurück. So wollte ich die für die „Blaue 79“ passenden Farbtöne gefunden haben. Die Radarflächen lackierte ich übrigens in Grau, auf Wunsch meines Auftraggebers. Einige frühere Fotos zeigen die SU-33 mit grauer „Nase“.

Im Gegensatz zu meiner üblichen Lackierweise lackierte ich die verschiedenen Farbtöne mittels selbst angefertigten Schablonen aus Malerkrepp auf. Das war natürlich sehr zeitaufwändig, frei Hand wäre mir die eher scharfkantige Camouflage aber sicher nicht gelungen. Mit Vorsicht versuchte ich nebenbei das Pre-Shading nicht ganz zu überdecken.

Am Ende wollte ich der Maschine noch etwas mehr Charakter geben, und gab ihr mit gezielt eingesetzten „Spots“ und Schattierungen den letzten Schliff. Heraus kam eine sehr stimmige und vor allem gebraucht aussehende Lackierung – so sollte es sein!

Nach einer Schicht Revell-Klarlack ging es an die Decals. Leider lagen dem Bausatz sowie Begemont-Bogen nur wenige Wartungshinweise bei, was ich sehr schade finde. Der AHA-Effekt folgt meist immer nach dem „Washing“ – eine Behandlung mit Flory-Models „Dark Dirt“ altert das Modell um Lichtjahre!

Da ich bereits vorab Teile wie das Fahrwerk, den Fanghaken, Raketen usw. komplett vorbereitet hatte, ging der finale Zusammenbau sehr rasch und unkompliziert von der Hand. Rasch wurde die SU-33 finalisiert.

Leider nur kurz in meiner Vitrine, brachte ich sie schon kurz darauf auf die Reise zu meinem Auftraggeber, der sie bereits sehnsüchtig erwartete!

MiG-29 „Fulcrum A“ 9-12 Eary/Late (GWH, 1:48)

Liebe Modellbaufreunde!

Viele fragen sich wahrscheinlich, warum man als Modellbauer noch zusätzlich zur knapp verfügbaren Hobby-Zeit Auftragsarbeiten durchführt. Nun, zum einen bin ich froh wenn ein Modell aus Platzgründen nach einigen Wochen gleich an seinen neuen Besitzer geht, hauptsächlich geht es mir jedoch um die Freude, die man Sammlern machen kann wenn sie dann das fertige Modell endlich in Händen halten. Natürlich muss mich das Projekt auch ansprechen, das „Topic“ muss sozusagen interessant sein und die Chemie mit dem Auftraggeber sollte ebenfalls stimmen.

So trat im Sommer ein Sammler aus Wien an mich heran, ob ich ihm eine MiG-29 „early“ im Standard Camouflage Schema bauen könnte. Der Kontakt war von Anfang an nett und wertschätzend, eine MiG-29 fehlte noch in meinem Repertoire, und so war der Bau rasch beschlossen und konkretisiert.

Als Bausatz kam für uns nur der von Great-Wall-Hobby in Frage. Dieser sollte lt. Recherche eine Referenz für die MiG-29 in 1:48 darstellen. Auf Aftermarket-Parts wollten wir verzichten, da der Bausatz wohl schon einiges an tollen Details enthielt. So war es dann auch und wir wurden nicht enttäuscht. Die Schachtel kommt gut gefüllt mit einem kleinen PE-Set, einem Decal-Bogen für 3 Varianten (es sollte die Orange 07 werden), und natürlich zahlreichen gut detaillierten Plastik-Teilen. Zusätzlich legt GWH noch ein A4-Poster der Box-Art Maschine bei – eine zusätzliche Aufwertung des nicht ganz billigen und mittlerweile schwer erhältlichen Bausatzes aus Fernost.

Zum Bau: Eines vorneweg: ich musste die MiG zwei Mal bauen – dazu jedoch später mehr. Begonnen wird wie üblich mit dem Cockpit und Sitz. Die Befürchtungen bzgl. Schleudersitz haben sich leider bewahrheitet, dieser ist wirklich sehr fummelig zu bauen. Ein Resin-Sitz wäre hier wohl die passende Ergänzung. Das Cockpit selbst ist jedoch super detailliert und macht jedes PE-Teil überflüssig. Die Anzeigen werden mit einzelnen Decals beklebt und sind danach von einem Photo Ätz-Teil fast nicht mehr zu unterscheiden.

Der Rumpf liefert dann einige Herausforderungen, gerade für die Unterseite sollte man sich extrem viel Zeit lassen, denn es muss viel angepasst werden. Auf den Einbau der Triebwerke habe ich komplett verzichtet, es hätten ansonsten die Verkleidungen einfach nicht gepasst. Aber auch ohne Triebwerke ist hier die Passgenauigkeit einfach nicht gut, selbst als erfahrener Modellbauer hatte ich hier so meine Schwierigkeiten. Die obere Rumpfhälfte inkl. Tragflächen hingegen kommt aus einem Guss, hier wird man wieder entschädigt. Slats und Flaps lassen sich variabel gestalten, auch die „Elevators“ sind am Ende beweglich (Vorsicht jedoch mit den sehr filigranen Zapfen).

Nachdem ich diese Hürden gemeistert hatte, ging der restliche Zusammenbau relativ problemlos voran. Da ich noch ein paar Tage auf die Eduard-Maskierfolie warten musste, baute ich zuerst Fahrwerk, Raketen und Pylone fertig. GWH spendiert der MiG übrigens ein Set aus 3 verschiedenen Raketentypen, die hervorragend detailliert und teilweise auch mit PE-Teilen versehen werden. Da mir die Farbhinweise für das Fahrwerk und Klappen komisch vorkamen (alles sollte in Gunze H308 lackiert werden), recherchierte ich hier im Netz und wählte die aus meiner Sicht besser passenden Farben aus meinem Regal.

Und nun kam die eigentliche Hürde – die Lackierung. Besser gesagt die Farbtöne. Voll in meinem Element (wer kennt das nicht) lackierte ich nach Bauanleitung gerade drauf los. Den Grau/Grün-Ton für die Oberseite habe ich akribisch nach Anleitung gemischt. Zuerst dachte ich es wäre so in Ordnung und mit Klarlack und Washing würde sich das Ganze noch entsprechend verändern. Am Ende erstrahlte das Modell allerdings in einem sehr hellen Grünton, auch das Grau (lt. Anleitung Gunze H308) war viel zu blaustichig und auch zu dunkel. Was tun fragte ich mich…war ich komplett farbenblind oder unser Anspruch einfach nur zu hoch?

Nun ging die eigentliche Arbeit los. Nach kurzer Abstimmung mit meinem Auftraggeber entschieden wir, dass die MiG so nicht authentisch ist. Auch wenn die Referenzfotos bereits älter und auch nicht sehr aussagefähig wären, ich (oder besser gesagt GWH) lag mit der Farbgebung leider komplett daneben. Ich habe mich aus Qualitätsgründen gegen ein Ablacken und für den Bau eines neuen Modells entschieden. Die falsch lackierte MiG habe ich, da bereits zu 90% fertig, aber trotzdem fertig gebaut.

Natürlich war es uns nun ein Anliegen, den Farbton beim nächsten Mal genau zu treffen. Gemeinsam gelang es uns, mit dem Ammo by Mig Set Nr. 7204 und viel Geduld die richtigen Grau/Grün-Töne zu mischen. FS24277 wurde mit Gunze H303 und H067 abgetönt, FS26373 Silver-Grey wurde mit ca. 20% Weiss aufgehellt. Für die Unterseite gab ich dem Grauton noch etwas H308 hinzu, um einen leichten Blaustich zu erzeugen. Eigenartig das selbst die angeblich originalen Ammo-Mig Farben nicht zu 100% passen. Somit sind wohl selbst die Profis mit den älteren russischen Farbtönen hier überfordert. Fairerweise muss man sagen, dass mir ein Mitarbeiter von „Ammo by Mig“ per Mail-Support einige besser passende Farben genannt hat, am Ende hatten wir es jedoch selbst hinbekommen. Nach einigen Probelackierungen, Austausch per Fotos und einem persönlichen Treffen waren wir der Meinung, die passenden Farbtöne gefunden zu haben.

Erneut traf der Bausatz aus China ein, und es konnte ein zweites Mal losgehen. Dieses Mal sollte es nun aber eine „Late“-Version werden, und zwar die Rote 35. Gesagt getan, der Bau ging ein zweites Mal etwas leichter von der Hand, und das Modell war nach ein paar intensiven Modellbautagen wieder fertig für den Lackiervorgang. Eine Late-Version lässt sich mit dem Bausatz übrigens problemlos realisieren.

Da die Referenzen für die Rote 35 sehr mager aussehen, und auch kein passender Decalbogen verfügbar war, hielt ich mich so gut es ging an das einzige Foto welches wir von der Maschine hatten.  Ich kombinierte diese Vorgabe mit den mir vorliegenden diversen Camouflage Schemen. Die 35er Ziffern am Bug kamen schlussendlich von einer Hobby-Boss MiG-31, die am Heck aus der Restekiste. So musste ich den Begemont-Decalbogen, welchen mir mein „Mitstreiter“ hat zukommen lassen, nicht anrühren.

Fertig lackiert und mit Decals und Washing versehen war die MiG nun einfach nur mehr der „Hammer“. Der Kontrast stimmte, das Weathering war stimmig und die Farbtöne von den Original-Fotos fast nicht mehr zu unterscheiden – der Aufwand hatte sich gelohnt!

Nach Einbau von Fahrwerk, Nozzles, Pylone und Klappen war die MiG fast fertig und konnte mit einem seidenmatten Finish versehen werden. Mein Auftraggeber ist begeistert, und so wird die MiG hoffentlich seine Sammlung bereichern!

J35Ö Draken „1.000.000 flight-hours“ (Eduard, Ltd. Edition, 1:48)

Liebe Modellbau-Freunde!

Für einen Sammler aus Wien durfte ich kürzlich eine J35Ö Saab -Draken bauen. Die passende Eduard Limited Edition hatte ich dazu bereits im Regal. Der Bausatz lässt neben 3 weiteren Varianten auch eine österreichische Version – die Nr. 12 – zum Bau zu. Die Maschine trägt zum Jubiläum von insgesamt 1.000.000 abgeleisteten Flugstunden aller Draken eine entsprechende Sonderbemalung am Heck.

Referenzfotos aus dem Netz waren rasch gefunden, die Auswahl der Farbtöne erforderte allerdings noch etwas Recherche. Mit den Farbangaben aus der Bauanleitung war ich nicht 100% zufrieden, am Ende haben wir uns für die Lackierung der Oberseite mit Gunze H305 und H306 entschieden, die Unterseite habe ich mit Revell 176 vorlackiert, um ihr dann mit 371 hellgrau den eigentlichen Farbton zu geben.

Über den Bausatz selbst gibt es nur Positives zu berichten. Einzig die Klappen musste ich manuell vom Flügel abtrennen, um sie etwas abgesenkt darzustellen – mein Auftraggeber bat mich darum. Eine Messer-Klinge weniger und nach ein paar Schleifarbeiten war das Werk vollbracht, und ich war vom Ergebnis selbst begeistert. Ein paar Nahtstellen wurden noch vorsichtig verspachtelt, schon konnte es mit der Lackierung losgehen. Nach einen Pre-Shading mit Schwarz und Weiß kamen die oben erwähnten Farben zur Anwendung. Nach der Detail-Bemalung erfolgte wie üblich eine Schicht Klarlack. Auf dieser sollten die hervorragend gedruckten Decals besonders gut haften. Revell Decal-Soft passt die Decals den Konturen optimal an.

Nach dem Zusammenbau und Lackieren erfolgte der Anbau von Triebwerk, Fahrwerk, Klappen und Zusatztanks. Gealtert wurde vorwiegend mit Flory Models‘ „Dark Dirt“ und mit Washes von AK-Interactive.

Am Ende entstand ein sehr stimmiger Jet, welcher den Weg bereits nach Wien gefunden hat…möge er die Erinnerung an die österreichischen „Drachen“ noch lange erhalten!

Su-17M4 „Fitter K“ – Hobby Boss/Eduard, 1:48

Liebe Modellbau-Freunde,

Die Jets aus dem Hause „Suchoi“ haben mich schon seit jeher fasziniert…neben den MiGs spielen die Maschinen für mich eine mindestens ebenso wichtige Rolle im Jet-Zeitalter der 70er Jahre.

Nachdem ein Kollege auf www.scalemates.com seine Su-17 der polnischen Luftstreitkräfte präsentierte, bekam ich Lust auf den Bau einer solchen Maschine. Da ich über den aktuellen Kitty-Hawk Bausatz sehr viel Negatives gehört habe, entschied ich mich für die SU-17 M4 aus dem Hause Hobby Boss – natürlich im Maßstab 1:48. Ein Eduard PE-Set für das Cockpit sowie Pitot-Tubes von Master Model sollten das Modell verfeinern.

Der Bausatz von Hobby Boss lässt zwei Varianten zum Bau zu. Ich entschied mich für die „Gelbe 27“, die ein Haifisch-Maul trägt – eine durchaus attraktive Bemalung.

Während des Baus gab es keine nennenswerten Probleme. Der Bausatz ist sehr gut ausgeführt, die Anleitung klar und deutlich. Die Schwenkflügel lassen sich „entweder-oder“ darstellen, ich entschied mich für zurück geschwenkte Flügel.

Lackiert habe ich mit den Gunze-Farbtönen lt. Anleitung. Als Vorlage diente mir die farbig ausgeführte Lackieranleitung sowie ein Referenzfoto aus dem Netz. Wie üblich bei älteren russischen Maschinen sind gute Referenzfotos leider Mangelware, weshalb ich mich auf die Anleitung verlassen musste. Die Camouflage habe ich wie üblich Frei-Hand per Airbrush ausgeführt. Leider gelang mir der Auftrag etwas zu deckend, das Pre-Shading ist somit nur noch vereinzelt zu sehen. Alles in allem war ich jedoch zufrieden.

Nach Ausführung der Detail-Bemalung und einer Schicht Klarlack kamen die durchaus gut gedruckten Decals zur Anwendung. Darüber legte ich ein Washing von Flory-Models in Dark-Dirt.

Top ausgeführt sind Fahrwerk und Räder, wobei die Reifen aus Gummi bestehen. Nach Anbringen der letzten Teile entstand am Ende eine sehr schönes Modell, wobei die Metall-Pitots von Master Model das I-Tüpfelchen darstellen. Am Ende wurde die SU mit einer Schicht Satin-Klarlack versiegelt.

Den Bausatz kann ich vorbehaltlos empfehlen, einzig die Abmessungen der großen Maschine könnten in so mancher Vitrine ein Problem darstellen 😉

 

 

Baubericht – EA-18G Growler – Hasegawa/Eduard 1:48

Vorwort: Nachdem ich auf N24 eine tolle Dokumentation über die Boing EA-18G „Growler“ gesehen hatte sollte dies mein nächstes Projekt werden. Die „Growler“ ist eine Variante der „Super-Hornet“ und wird vorwiegend für die elektronische Kriegsführung,  zB. das Stören feindlicher Radaranlagen sowie deren Vernichtung mit „HARM“-Flugkörpern (High Speed Anti-Radar Missile), eingesetzt. Der Rest der Flotte kann danach relativ gefahrlos zum Ziel vordringen und Ihren eigentlichen Einsatz ausführen.

Passend hatte ich einen Bausatz einer EA-18G von Hasegawa in meinem Regal. Ein Eduard PE-Set für die Schleudersitze und das Interieur sowie Aires Nozzles sollten das Modell entsprechend verfeinern. Als Variante entschied ich mich für die anhand des Bausatz darstellbare Maschine mit der Nr. 550 der „Vikings“ – VAQ-129. Diese Einheit wurde als erste mit der „Growler“ ausgestattet. Auch die Bemalung mit den roten Leitwerken gefiel mir sehr gut und sollte dem Modell zusätzlich an Attraktivität bescheren.

Zum Bau: Begonnen wird der Bau lt. Anleitung wie üblich mit dem Cockpit. Die Eduard PE-Teile ergänzen den Bausatz perfekt. Etwas schwieriger gestaltete sich der Zusammenbau des Rumpfes. Ob es am Bausatz lag oder an meinen Fähigkeiten, mit ein paar Nahtstellen musste ich leben. Diese habe ich im Nachgang aber ordentlich verspachtelt und nachgearbeitet.

Ein Eduard Maskier-Set erleichterte mir das Abkleben des zweisitzigen Jets. Leider weißt das Canopy eine Trennlinie auf, diese habe ich aber so belassen. Nach einem Pre-Shading mit Schwarz, Weiss und Blau erfolgte die Lackierung mit Gunze H308 und H307.

Die roten Leitwerke wurden mit Gunze H327 entsprechend lackiert. Nach weiteren Farbdetails folgte danach wie üblich eine Schicht Klarlack, um die Decals ohne Silvering anbringen zu können.

Mit den Decals hatte ich einige Probleme, hier bin ich wohl von den vorigen Bausätzen und oftmals eingesetzten Cartograf-Decals sehr verwöhnt. Die Hasegawa Decals rissen relativ rasch ein, gerade am Leitwerk ist mir dies ein paar Mal passiert. Schade auch, dass die Position des „Hundes“ vorne links falsch angegeben ist, dies habe ich leider zu spät bemerkt, eine Korrektur war leider nicht mehr möglich. Alles in Allem eine sehr heikle Angelegenheit.

Die Maschine wollte ich auch lt. den Referenzfotos nicht zu stark verwittert zeigen, aber etwas „Charakter“ musste schon sein. Deshalb habe ich das Modell mit Flory-Models „grey“ bearbeitet. Schwierige Bauteile wie die Fahrwerksbuchten oder das Fahrwerk selbst altere ich mit AK-Interactive Produkten.

Die Leitwerke, Höhenruder (diese sind beweglich gehalten)  und Klappen (wollte ich in ausgefahrenen Zustand zeigen) habe ich übrigens separat vom Rumpf bearbeitet. Somit kann man bis zum Ende noch sauber arbeiten.

Ein Bausatz im Bausatz stellt für mich das Fahrwerk dar, dieses habe ich nochmals mit etwas Draht verfeinert. Die Stabilität ist großartig und bei so einem schweren Modell auch notwendig.  Ebenso verfeinert habe ich das Innenleben des Canopy, hier kamen viele PE-Teile sowie einiges an Draht zum Einsatz. Das Canopy wollte ich übrigens geschlossen halten, um die schöne Linie des Zwei-Sitzers nicht zu stören.

Zuletzt folgten die Außenlasten. Ich entschied mich für die AN/ALQ Störbehälter (Low- und High-Band) sowie die beiden externen Zusatztanks. Raketen wollte ich nicht zeigen, da meiner Meinung nach der Gesamteindruck bzw. der Realitätsgrad der Modelle darunter leidet (man möge mir diese Aussage verzeihen). Die beiden Radar-Empfänger an den Spitzen der Flügel sind obligatorisch.

Eine Schicht Seidenmatt-Klarlack versiegelte das Modell. Die Schubdüsen wollte ich ganz zum Schluss montieren. Dazu hatte ich mir wie oben erwähnt das passende Set von Aires bestellt (Open Nozzles). Leider habe ich relativ rasch festgestellt, dass die Einbau-Länge nicht zum Bausatz passt – die Querverstrebung der Höhenruder seht im Weg. Auch der Einbau des Kanals kann nachträglich nicht mehr durchgeführt werden, dieser ist schlichtweg zu dick. Hier blieb mir leider nichts anders übrig, als nun doch auf die Teile der Box zurückzugreifen. Wenigstens konnte ich die Aires-Nozzles montieren, welche das Modell auf jeden Fall bereichern – und wer sieht schon so genau in den Triebwerksauslass eines 1:48 Modells…es sei denn er ist Preisrichter 😉

Fazit: Trotz eines (für mich) relativ anspruchsvollen Bausatzes entstand am Ende ein meiner Meinung nach sehr schönes Modell. Die „Growler“ sieht man nicht alle Tage und gerade mit den Zubehör-Sets ist der Bausatz für den erfahrenen Modellbauer zu empfehlen. Mit knapp 50 EUR Kaufpreis (gekauft in einem Modellbaushop in der Altstadt von Caorle) ist dieser auch vernünftig angesetzt.

 

MiG-21 MFN „4175“ Czechoslovak Air Force

Vorwort:

Die MiG-21 – eine Ikone der Luftfahrtgeschichte und legendärer Kampfjet! Eine meiner absoluten Lieblinge, vor allem wenn die MiG zusätzlich noch eine außergewöhnliche Geschichte hat.

So konnte ich nicht „Nein“ sagen, als mich Herr Dr. Roman Sperl über meine Webseite kontaktierte – er bat mich um den Bau der Maschine mit der Kennung „4175“, Version MFN.

Dr. Sperl ist CEO der Fa. Reiser Simulation und Training GmbH, flog bereits selbst den legendären Jet und ist Mitbegründer und Unterstützer des Aviation Museum in Konesin (Tschechien):  Luftfahrtmuseum Konesin

Die Reste der MFN mit der Nr. 4175 befinden sich nach der Ausmusterung aus der tschechischen Luftwaffe in seinem Besitz.

Verwendete Bausätze/Aftermarket-Parts:

Für den Bau verwendete ich die Eduard Weekend Edition Nr. 84128, natürlich in „meinem“ Maßstab 1:48.

Nach kurzer Abstimmung mit meinem Auftraggeber entschieden wir uns zusätzlich für den Verbau eines Eduard Interior Sets (49572) und der Pitot-Tube von Master Model (AM-48-062). Die passende Eduard Mask  sollte mir den Bau etwas erleichtern.

Auf der Suche nach den passenden Decals für die 4175 stoß ich auf das Set von JBR-Decals. Das Set enthält Abziehbilder von 10 Maschinen der tschechischen Luftwaffe, u.a. auch dass der 4175. Dem Set liegt weiter ein informatives Booklet bei, in dem auf die Geschichte der Maschinen in tschechischer und englischer Sprache eingegangen wird. Die dazugehörigen Lackierschemen sind leider nur sehr oberflächlich, eigene Referenz-Fotos sind daher ein Muss!

Baubericht:

Da dies bereits meine vierte MiG-21 aus der Eduard-Reihe sein würde, erwartete ich keine großen Überraschungen. Aus Erfahrung weiß ich, dass die kritischen Stellen der Ansatz der oberen Flügelhälften am Rumpf (möglicher Spalt), die vordere Kabinen-haube und die Räder darstellen, welche leicht nach Innen zeigen können. Der Bausatz ist aber sehr intelligent konstruiert und bietet viele Möglichkeiten.

Der Bau beginnt wie  üblich mit dem Cockpit. Die PE-Teile aus dem Eduard Interieur-Set ergänzen die bereits gut gestalteten Plastik-Teile optimal. Das Cockpit habe ich in Aluminium vorlackiert, um danach mit AK`s Worn Effects und AK`s Cockpit Türkis auch ein paar Abnutzungen im Fußraum und an der Rückwand darstellen zu können. Einige Drähte ergänzen das bereits schon sehr „busy“ Cockpit der MiG…

Nach Einsatz des Kegels, Cockpit und der Haupt-Fahrwerksbucht sowie Zusammenbau des Triebwerks erfolgt der Zusammenbau des Rumpfes.

Ein paar Stellen müssen trotz sorgfältiger Arbeitsweise dennoch gespachtelt werden…das Spachteln gehört für mich zu einer der unbeliebtesten Aufgaben im Modellbau. Ich habe für mich eine eigene Methode entwickelt, um die Schleifarbeiten und somit auch die Nacharbeiten in Grenzen zu halten. Dazu klebe ich die zu spachtelnden Spalte mit Klebeband genau ab. Die Spachtelmasse trage ich mit einem Zahnstocher auf und bilde damit eine schöne Fuge. Zieht man die Klebebänder ab, bleibt so nur noch sehr wenig zu schleifen – eine saubere und zeitsparende Methode!

Ansonsten ist der Bausatz wie gesagt toll konstruiert, viele Naht-stellen bleiben nach dem Assembling verdeckt – so beschränken sich die Nacharbeiten auf ein Minimum! Nach Montage von Rumpf und Flügel ist die MiG fertig für die Lackierbox. Kleinteile werden wie immer erst später angebracht, um sie während des Washings nicht zu beschädigen.

Zur Lackierung: Nach einem Pre-Shading mit Schwarz und Weiß habe ich zuerst mit Gunze H26 die Radarflächen lackiert. Nach dem Abkleben kommt der eigentliche Farbton Gunze H334 zum Einsatz. Die auf den Referenzfotos zu sehenden hellgrauen Nachlack-ierungen habe ich mit Gunze H311 frei Hand gebrusht.

Auf den Referenzfotos ist an der Kielflosse ein anderes Grün zu sehen, dieses habe ich versucht mit AKs „Radome Green“ so gut wie möglich nachzustellen.

Nach einer satten Schicht Klarlack folgen zunächst die Hoheits-zeichen, danach die dunkelgrauen Verfärbungen vorwiegend am Flügel per Pinselstrich. Ob im Original Verschmutzung, Aus-besserungen oder ausgetretene Flüssigkeiten, bleibt für mich unklar.

Nach Anbringen der Tschechischen Hoheitszeichen die unzähligen Wartungshinweise der MiG. Ich habe mich mit Herrn Dr. Sperl geeinigt, die Stencils nur an den Stellen anzubringen, wo der Original-Lack noch vorhanden war. Zusätzlich habe ich jedes Stencil mit den Referenzfotos abgeglichen, um das Vorhandensein (manche schienen mir einfach nur verwittert) so gut wie möglich abzu-gleichen.

Danach wurde das Flugzeug mit „Dark Dirt“ von Flory-Models behandelt sowie sämtliche Kleinteile wie Fahrwerk, Klappen und Außenlasten lackiert, gealtert und montiert. Schwer zugängliche Teile wie Fahrwerk oder die Innenseiten der Klappen altere ich seit kurzem mit den Panel-Liners von AK-Interactive. Die MiG erschien mir nun zwar gealtert, jedoch nicht zu sehr verwittert – so sollte ein Kampfjet aus dieser Epoche aussehen!

Der Schleudersitz ist ein Bausatz für sich und wurde lt. Anleitung lackiert und mit den nötigen Ätzteilen versehen. Das Anbringen der restlichen Klein- und auch Klarteile sowie die Montage der offenen Cockpithaube finalisieren den Bau. Mit der Pitot-Röhre von Master-Model erhält die MiG das letzte Finish!

Fazit: Der Bau der MFN hat mir sehr viel Freude bereitet – ich denke sie wird auch bei meinem Auftraggeber die Erinnerungen an diesen tollen Jet wieder aufleben lassen!

Den Bausatz kann ich generell vorbehaltlos empfehlen, dies war sicher nicht meine letzte MiG-21 aus der Eduard-Reihe! Auch die Aftermarket-Parts bilden eine tolle Ergänzung.

Danke an Herrn Dr. Roman Sperl für die Inspiration und Unter-stützung während des Baus und meinem Cousin Gerald Scheinecker für die professionellen Galerie-Fotos (http://www.gerald-scheinecker.com)!

Und ein herzliches Dankeschön an das Team von Kitchecker.com, welches meinen Baubericht inkl. eines kleinen Interviews mit Dr. Roman Sperl in seiner Juni-Ausgabe veröffentlicht hat:

http://kitchecker.com/modelle_3/mig-21mfn4175_christian_ristits.htm

Sepecat Jaguar A – French Air Force, Provence St. Dizier, 1994 (Kitty-Hawk, 1:48)

Die „Sepecat“ Jaguar entstand aus einem Gemeinschaftsprojekt von Frankreich und Großbritannien. Beide Länder benötigten ein Angriffsflugzeug bzw. Jagdbomber als Nachfolge älterer Muster.

Die Jaguar hat mich aufgrund Ihres „martialischen“ Auftritts schon immer fasziniert. Zwillingsräder am Hauptfahrwerk, am Heck eine gewisse Ähnlichkeit zur F-4 Phantom sowie die Seltenheit, in der man diesen Jet im kleinen Maßstab bestaunen kann, machten die Jaguar für mich interessant.

Ich entschied mich für den relativ neuen Bausatz von Kitty-Hawk (KH80104) derJaguar A aus dem Jahr 2012. Der Stülp-Karton kommt prall gefüllt mit Plastik, Ätzteilen, Bauanleitung und Decal-Sheet. Auf Aftermarket-Teile habe ich komplett verzichtet, da hier eine zusätzliche Investition aus meiner Sicht nicht wirklich notwendig ist. Möchte man das Canopy offen darstellen, lohnt maximal der Kauf eines Resin-Schleudersitzes.

Der Bau war dieses Mal leider von einigen Tücken geprägt – oft hörte man mich aus dem Modellbau-Zimmer fluchen 😉 So zum Beispiel bereits beim Einsetzen der vorderen Fahrwerksgondel und Cockpit, hier ist höchste Genauigkeit gefragt. Auch die vielen Klarsicht-Teile, welche vorab am vorderen Rumpf von Ihnen angebracht werden sollten, passen nicht in die vorgesehenen Öffnungen.

Der vordere Rumpf wird mit dem hinteren Rumpf am Ende der Bauanleitung „verheiratet“, dies ging allerdings problemloser vonstatten als ich dachte. Kniffelig waren aber noch einmal die Lufteinlässe, es ist mir unverständlich wie man solche Teile im Jahr 2012 so ungenau fertigen konnte. Schwierig war auch der Einsatz der beiden Hauptfahrwerks-Gondeln, viel Geduld und ein Trocken-Fitting sind hier ein Muss! Die Bauanleitung führt den Bastler bei den beiden MGs in die Irre, hier wurden die Bauteil-Nummern vertauscht.

Nun aber zum Positiven:

Die Jaguar von Kitty Hawk lässt viele Optionen zur Darstellung diverser Innenleben offen. Ich entschied mich für das Zeigen der vorderen Avionik, des linken MGs sowie der linken Triebwerks- gondel. Möchte man so wie ich auch  das Triebwerk zeigen, lohnt hier durchaus etwas „Eigenregie“. So habe ich das im Original keinesfalls cleane Triebwerk akribisch nach Referenzfotos mit Draht, Kabeln und Teilen aus der Restekiste detailliert. Auch die Triebwerks-Abdeckung musste verfeinert werden, hierzu habe ich die Innenseite mit Segelstoff (gibt die nötige Struktur) ausgekleidet und ebenfalls mit viel Draht mehr Detail geschaffen. Natürlich wurde auch das Fahrwerk mit Bremsleitungen und dgl. verfeinert.

Die beiden vorderen Avionik-Klappen wurden an der Innenseite mit Ätzteilen aus der Restekiste beklebt, um so genau wie möglich dem Original zu entsprechen. Ich wollte auch die Luftkanäle und Kabelverbindungen zum Rumpf möglichst exakt wiedergeben.

Als Lackier-Schema entschied ich mich für die französische „7-HN“, da mich der Wüsten-Tarnanstrich besonders ansprach. Die Lackier-Anleitung von Kitty-Hawk ist leider nicht ausreichend, so fehlte in meiner Anleitung  die Illustration der linken Flugzeug-Seite (Camouflage!), auch die Unterseite ist nicht angegeben (Sollte dies jemand von KH lesen – BITTE DRINGEND NACHBESSERN!).

So musste ich viel im Internet recherchieren, um  die meiner Meinung nach passende Lackierung nachstellen zu können. Am linken vorderen Rumpf ist eine hellgraue Stelle angegeben, nach genauerer Recherche habe ich diese entgegen der Anleitung mit aufgehellter Gunze H321 lackiert. Die Farbtöne selbst bestehen aus Gunze H72 und H321, die Unterseite aus AK-Xtreme Aluminium.

Nach einer Schicht Klarlack und Anbringen der sauber gedruckten Decals habe ich die sehr gut gehaltenen Gravuren des Bausatzes mit einem „Black-Washing“ von Flory Models nochmals zur Geltung gebracht.

Bei einem Fotoshooting mit meinem Cousin haben wir das fertige Modell in Szene gesetzt.

Fazit: Ich empfehle den Bausatz für den erfahrenen Modellbauer mit sehr guten Nerven, denn am Ende wird man  für seine Mühen ausreichend belohnt und kann ein ansprechendes und hoch detailliertes Modell der Sepecat Jaguar A sein Eigen nennen!

Baubericht – Eduard`s MiG-21MF Slovakian Airforce „7803“

Liebe Modellbaufreunde,

nach längerer Zeit möchte ich euch hier auf der „Werkbank“ wieder einmal ein  außergewöhnliches Projekt vorstellen!

Basis ist eine Limited Edition von Eduard, welche sage und schreibe eine von 39 (!) Versionen der MiG-21 MF im tschechoslowakischen oder Nachfolge-Dienst zum Bau zulässt. Der Bausatz kommt in der gewohnten Qualität, besitzt meiner Meinung nach aufgrund des nun doch schon fortgeschrittenen Alters bereits ein paar kleinere Schwächen. Dennoch lässt er wenig Wünsche offen und bietet eine solide Basis für die von Eduard ständig aktualisierten Versionen der 21er (hier im Baulos MF – 96F).

Ergänzt werden die Plastik-Äste durch zwei Ätzteilesets und Resinteile (leider nur für die UB-16 Raketenbehälter, hier wären für mich persönlich Räder oder ein Schleudersitz nützlicher). Neben dem riesigen Decal-Sheet liegt auch ein mehr als 100-Seiten starkes Buch der MiG-21MF im CZ-Einsatz bei – mit ich denke sämtlichen CZ-Versionen seit Beginn an. Leider ist der Text auf tschechisch, Eduard stellt jedoch ergänzend einen englischen Text als Download zur Verfügung. Die Bilder und Grafiken im Buch sprechen für sich und bieten sehr viel Inspiration.

(Photos www.eduard.com)

Nun zu meinem Projekt: anhand der vielen darstellbaren Versionen ist mir die Wahl nicht leicht gefallen – schließlich ist dies auch nicht meine erste 21er. Da ich mich seit Längerem bereits mit dem Thema „Chipping“ befassen wollte, habe ich mich für die Maschine „7803“, stationiert in Sliac und dargestellt im Jahr 1995 (bereits mit den neuen slowakischen Hoheitszeichen), entschieden.

Grafik: Eduard

Hier sieht man die Maschine bereits sehr stark verwittert bzw. mit teilweisen Verlust des Tarnanstriches. Lt. Beschreibung war dies eine der ersten Maschinen mit dem damals neu lackierten „Tarnkleid“. Beim Lackieren wurde wohl fehlerhaft gearbeitet, wobei sich der Lack im Laufe der Jahre verabschiedete. Die Hoheitszeichen der Slowakei wurden nach Trennung mit Tschechien aktualisiert und wirken entsprechend neuwertig. Nun war diese Art von Lackierung und Technik als Wiedergabe im Modell für mich vor einiger Zeit noch undenkbar, heute jedoch schien sie mir machbar (über das Ergebnis war ich dann doch selbst erstaunt).

Zum Bau selbst: Die „Zigarre“ war für mich als geübten Modellbauer relativ rasch zusammengebaut, Rumpf und Flügel passen problemlos zueinander. Einige wenige Bereiche erfordern den Einsatz von etwas Spachtel. Etwas mehr Aufwand habe ich in das Cockpit investiert, hier dienen Drähte und Kabel als zusätzliche Detailgeber. Für die spezifischen  „russischen“ Farbtöne habe ich zum ersten Mal Acrylics von AK-Interactive verwendet (Soviet Colours) – von dieser Firma stammen dann später auch die Metall-Farben (Xtreme-Metal) sowie die Chipping-Fluids.

Hier ist die Maschine bereits zusammengebaut zu sehen. Lackiert habe ich als „Untergrund“ ein „NFM“ (Natural-Metal-Finish), also ein naturgetreues Aluminium-Kleid. Dieses habe ich mit den Xtreme-Metal Farben von AK-Interactive – Aluminium, Dark-Aluminium, White-Aluminium, Steel und Titanium gestaltet. Vor-grundiert wurde wie bei mir üblich nicht.

Nun zum eigentlichen Thema, dem „Chipping“. Hier gibt es natürlich verschiedene Techniken, früher mit der Haarspray-Technik, aber auch mit diversen Mitteln, welche die Modellbau-Industrie zur Verfügung stellt.

Ich habe mich zum Test von drei verschiedenen Lösungen von AK entschieden: „Worn-Effects“, „Heavy-Chipping“ und „Washable-Agent“. Alle drei funktionieren im Prinzip ähnlich, durch eine zusätzliche Schicht zwischen Untergrund und Decklack lässt sich dieser mit Wasser anlösen. Der Decklack „bricht“ dadurch auf bzw. lässt sich dann mit Pinsel oder anderen Werkzeugen bearbeiten. Einzig den Washable Agent gibt man direkt in den Lack, um diesen danach wasserlöslich zu halten. Dieser hat mich allerdings wenig überzeugt, der Revell-Lack wurde durch die Zugabe wie eine Art Pudding.

Die sehr ansprechend gestalteten Tech-Sheets mit Anleitung gibt es auf der Homepage von AK-Interactive zum Download.

Um die für meine Maschine geeignetste Variante herauszufinden, habe ich nun drei Versuche gestartet. Von links nach rechts habe ich mit Zahnstocher und dann immer größer werdenden Borsten-Pinseln gearbeitet:

Für meinen Zweck schien mir die „Worn-Effects“ Lösung am Besten geeignet, also war ich gespannt wie der Effekt am Flugzeug aussieht.

Zuerst wollte ich die Unterseite gestalten. Also das NFM mit „Worn-Effects“ via Airbrush versiegeln (Vorsicht mit der Dosierung, das Zeug ist im Gegensatz zum Lack wirklich flüssig und verläuft sofort), nach dem Trocknen eine Schicht Gunze H417 Light Blue. Mit verschiedenen Borsten-Pinseln und Wasser habe ich danach versucht, die Unterseite zu bearbeiten, und mich dabei möglichst genau an die Anleitung zu halten:

Das Ergebnis hat mich überzeugt, also konnte ich es kaum erwarten mit der Oberseite anzufangen. Zuerst die Flügel, dann schrittweise der Rumpf. Lackiert habe ich mit Gunze H37 Wood-Brown und H420 Olive-Green, natürlich frei-Hand mit Airbrush.

Ich habe den Vorgang in mehrere Abschnitte unterteilt, sollte etwas schiefgehen würde sich ein Fehler leichter ausbessern lassen. Mit viel Geduld und Geschick ist es mir gelungen, den Tarnanstrich so zu bearbeiten, um den Original-Bildern aus Buch und Anleitung möglichst nahe zu kommen, man kann das hier gut erkennen:

Ich war vom Ergebnis und von der Technik begeistert, die MiG würde ein richtiger „Show-Stopper“ werden 😉

Nach Fertigstellung des Finish folgte wie gewohnt eine Schicht Revell-Klarlack, danach die Hoheitszeichen und einige Stencils. Die Wartungshinweise (Stencils) habe ich nur an jenen Stellen aufgebracht, an denen der Tarnanstrich noch vorhanden ist, was mir logisch erschien. Nach den Decals folgte ein Washing von Flory-Models aus „Grey“ (Unterseite) und „Dark-Dirt“ (Oberseite).

Danach folgte wie bei mir üblich der Zusammenbau von Fahrwerk, Räder und Klappen, teilweise lackiere ich diese noch am Ast, teilweise als zusammengebaut. Zuletzt noch die restlichen Anbauteile wie Antennen und dgl. und eine Schicht Klarlack Seidenmatt. Den Schleudersitz baue ich gegen Ende, das ist schon Routine.  Ein paar Ätzteile noch angeklebt, ein paar Kabel und Drähte ergänzt, schon ist sie fertig!

Am Ende ist meiner Meinung nach ein sehr schönes Modell entstanden, welches man nicht jeden Tag sieht und ich so noch nicht gebaut habe – mehr Fotos gibts in der Galerie unter Fertige Modelle!

Update: Herzlichen Dank an das Kitchecker Team für die Veröffentlichung meines Berichts: Kitchecker.com – MiG-21 MF